Ärzteschaft

Fachgesellschaft will mehr Forschungsgelder für Reproduktionsmedizin

  • Montag, 12. September 2022
/Kzenon, stock.adobe.com
/Kzenon, stock.adobe.com

Gießen – Die Reproduktionsmedizin benötigt mehr Förderung, insbesondere in der Forschung. Das betonte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Andrologie (DGA), Sabine Kliesch, bei der Jahrestagung der Fachge­sellschaft in Gießen.

„Potenzstörungen, Hormonmangelerkrankungen des Mannes und insbesondere auch die Frucht­bar­keitsstörun­gen sind ‚Volkskrankheiten‘“, sagte die Chefärztin der Abteilung für Klinische und Operative Andrologie am Uni­versitätsklinikum Münster. Alle drei Themenbereiche beträfen Millionen von Menschen, ihre Häufigkeit sei ver­gleichbar mit kardiovaskulären Erkrankungen oder dem Steinleiden.

„Und trotzdem findet die Andrologie und insgesamt das Themengebiet der Reproduktionsmedizin viel zu lang­sam die erforderliche Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, der Politik und der Forschungsförderung“, kritisierte Kliesch.

Die Forschungsförderung in Deutschland fokussiert laut der Expertin auf Tumorerkrankungen und lasse die „Forschung am Ursprung des Lebens“ außer Acht. „Strukturierte Forschungsprogramme seitens des Bundes oder der Länder gibt es zu dieser Thematik nicht“, so die DGA-Präsidentin. Allein die Deutsche Forschungsgemein­schaft fördere übergreifende Forschungsverbünde im Bereich der Reproduktion.

Ein Beispiel sei die Kryokonservierung von Spermien und Eizellen auch bei Jüngeren: Die DGA weist daraufhin, dass die Krankenkassen die Kryokonservierung von Spermien und Eizellen bei kranken Männern und Frauen übernehmen, die eine Chemotherapie oder eine andere Behandlung benötigen, die die Fertilität dauerhaft schädigen könne.

Aber die Kinder und Jugendlichen, die die Pubertät noch nicht durchlaufen hätten, seien von den Fortschritten ausgeschlossen. „Die Kryokonservierung von kindlichen Stammzellen im Hoden und unreifen Eizellen sind existierende experimentelle Verfahren, die langfristig in die Klinik überführt werden“, erläuterte Kliesch.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung