Fachverband fordert Anhebung des Reha-Budgets
Bonn – Der Fachverband Sucht fordert von den politisch Verantwortlichen, das Rehabilitationsbudget in der gesetzlichen Rentenversicherung anzuheben. In den nächsten Jahren sei mit einer deutlichen Steigerung des Rehabilitationsbedarfs in Deutschland zu rechnen, weshalb die vorhandenen Mittel nicht mehr ausreichen würden, um den Bedarf zu decken.
Maßgeblich verantwortlich für diese Entwicklung sind dem Fachverband zufolge der demografische Wandel, die damit verbundene Zunahme chronischer Erkrankungen sowie die Verlängerung der Lebensarbeitszeit. So verzeichne Deutschland nicht zuletzt aufgrund der guten Beschäftigungslage einen enormen Anstieg der Erwerbstätigen in der Altersgruppe der über 45-Jährigen.
„Gerade diese Altersgruppe hat einen erhöhten Bedarf an Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, denn mit steigendem Lebensalter erhöht sich auch das Krankheitsrisiko für chronische Erkrankungen“, heißt es dazu aus dem Fachverband. Dieser Entwicklung werde das gedeckelte Reha-Budget in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht mehr gerecht.
Mit drastischen Folgen: Laut Fachverband sei aufgrund einer steigenden Zahl von abgelehnten Rehabilitationsanträgen letztlich auch mit einer Zunahme von Erwerbsminderungsrenten zu rechnen, die durch Leistungen der medizinischen Rehabilitation hätten vermieden werden können. „Eine solche Entwicklung wäre äußerst bedenklich, denn die Zahlung von Erwerbsminderungsrenten ist für die Rentenversicherung und damit für alle Beitragszahler enorm teuer“, so der Fachverband.
Demnach lagen die Ausgaben für Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit bereits 2010 mit 13.248 Milliarden Euro deutlich über den gesamten Ausgaben für Rehabilitationsleistungen in Höhe von 5.379 Milliarden Euro.
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