Fast 2,7 Millionen Kinder im Jemen gegen Diphtherie geimpft

Genf – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zusammen mit dem Kinderhilfswerk Unicef und nationalen Gesundheitsbehörden eine groß angelegte Impfkampagne gegen Diphtherie im Jemen abgeschlossen. Die Kampagne richtete sich an fast 2,7 Millionen Kinder im Alter von sechs Wochen bis 15 Jahren in elf Regionen des Landes. Mehr als 6.000 Mitarbeiter des Gesundheitswesens wurden während der Kampagne mobilisiert.
Hintergrund ist der Diphtherieausbruch in dem Bürgerkriegsland. Seit Oktober 2017 haben sich mehr als 1.300 Menschen infiziert, über 70 starben an der Atemwegserkrankung. Fast 80 Prozent der Fälle sind laut WHO Kinder und Jugendliche unter 25 Jahren. „Wir befinden uns in einem Wettlauf gegen die Zeit, um diesen Ausbruch zu kontrollieren und Leben zu retten“, sagte Nevio Zagaria, WHO-Vertreter im Jemen.
Die rasche Ausbreitung der Diphtherie im Jemen verdeutlicht laut der WHO die großen Lücken in der Routineimpfung in den letzten Jahren und deutet auf ein zusammenbrechendes Gesundheitssystem hin. Nur rund die Hälfte aller Gesundheitseinrichtungen im Land sei teilweise oder vollständig funktionsfähig.
„Das fast zusammengebrochene Gesundheitssystem und der Konflikt haben die Reaktion stark behindert, aber wir haben es geschafft, dringend benötigte Antibiotika und Diphtherie-Antitoxine (DAT) zur Unterstützung der Behandlung zu liefern und verstärken nun die Impfanstrengungen, um eine weitere Ausbreitung des Ausbruchs zu verhindern“, sagte Zagaria.
Die Impfkampagne ist Teil eines umfassenden Reaktionsplans zur Bekämpfung der Diphtherie. Neben den Impfungen gehören dazu eine intensivere Überwachung und Fallerkennung, die Verbesserung der Labortestkapazität, die Beschaffung und Verteilung des DAT an die Diphtherie-Isolationseinheiten in Gesundheitseinrichtungen sowie die Schulung und der Einsatz von Rapid Response Teams, um Kontakte zu verfolgen und präventive Antibiotika in der Gemeinde bereitzustellen.
Außerdem werden Aufklärungskampagnen durchgeführt, um die Gemeinden darüber zu informieren, wie sie sich vor Diphtherie und anderen Infektionskrankheiten schützen können.
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