Fast jeder dritte Erwachsene berichtet über Hörstörungen

Berlin – Fast ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland berichtet über Schwierigkeiten beim Hören. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Mit zunehmendem Alter steigt die Prävalenz an.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Arbeitsgruppe des Robert-Koch-Instituts (RKI) anhand von Daten der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA). Die Untersuchung ist im Journal of Health Monitoring erschienen (2026, DOI: 10.25646/14308).
Ein vermindertes Hörvermögen kann das körperliche, emotionale und soziale Wohlbefinden erheblich einschränken und zu sozialer Isolation führen. Menschen mit Hörverlust sind laut der Arbeitsgruppe häufiger einsam, wenn sie keine Hörgeräte verwenden. Ältere Personen mit schwerwiegenden Hörbeeinträchtigungen haben zudem häufiger Einschränkungen bei Aktivitäten des täglichen Lebens.
Für die Querschnittsanalyse nutzte das RKI-Team Daten von 22.708 Erwachsenen, darunter 11.959 Frauen und 10.687 Männer aus der GEDA 2019/2020. Zusätzliche Trendanalysen zur Hörgerätenutzung basieren auf Daten von 109.330 Teilnehmenden aus fünf GEDA-Erhebungswellen seit 2009.
In der Querschnittsanalyse gaben 32,5 % der Erwachsenen Schwierigkeiten beim Hören an. 5,4 % (95-%-Konfidenzintervall: [5,0; 5,9 %]) trugen ein Hörgerät, 0,5 % [0,4; 0,7 %] waren hochgradig schwerhörig oder gehörlos. Hörbeeinträchtigungen berichteten 31,7 % [30,5; 33,0 %] der Frauen und 33,2 % [31,9; 34,6 %] der Männer.
Bei den 18- bis 49-Jährigen betrug die Prävalenz 23,3 % [21,9; 24,7 %], bei den 50- bis 79-Jährigen 37,6 % [36,3; 38,8 %] und bei den mindestens 80-Jährigen 50,5 % [47,2; 53,8 %]. Personen mit geringer sozialer Unterstützung, schlechterer selbsteingeschätzter allgemeiner Gesundheit und depressiven Symptomen berichteten häufiger über Hörbeeinträchtigungen.
Die Verwendung von Hörgeräten hat sich laut der Trendanalyse in den vergangenen Jahren insgesamt leicht erhöht. Sie liegt bei rund 5 % aller Befragten.
„Hörbeeinträchtigungen können sich wesentlich auf Lebensqualität und Wohlbefinden auswirken“, schreiben die Forschenden. Angesichts des demografischen Wandels und der damit einhergehenden älter werdenden Bevölkerung in Deutschland sei mit einer Zunahme der Prävalenz von Hörbeeinträchtigungen und Schwerhörigkeit zu rechnen.
Die Wissenschaftler weisen aber darauf hin, dass sie subjektiv empfundene Hörbeeinträchtigungen untersucht haben und diese sich von gemessenen Hörschwellen unterscheiden.
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