Forschungsgruppe will Inanspruchnahme von Screening auf Chlamydien verbessern

Bonn – Eine Arbeitsgruppe des Universitätsklinikums Bonn (UKB) untersucht, warum Frauen das kostenfreie Screening auf Chlamydien nur sehr wenig in Anspruch nehmen.
Das Wissenschaftsteam der Versorgungsforschung am UKB will dazu gemeinsam mit dem Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit (IHPH) spezifische Faktoren ermitteln, die die Screeningbereitschaft beeinflussen sowie Barrieren, die bisher eine flächendeckende Durchführung des Screenings in Deutschland verhindern.
Eine Infektion mit Chlamydien zählt weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Gerade Jugendliche und junge Erwachsene sind betroffen. Da eine Infektion meist ohne oder nur mit leichten Symptomen verläuft, bleibt sie vielfach unentdeckt.
Aber eine unbehandelte Infektion kann bei Frauen Entzündungen von Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken verursachen. Das erhöht das Risiko für Eileiterschwangerschaften und spätere Unfruchtbarkeit. Wird eine Infektion jedoch frühzeitig erkannt, ist sie in der Regel gut mit Antibiotika behandelbar.
Deshalb haben Frauen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr einmal jährlich Anspruch auf ein kostenfreies Screening auf Chlamydien. Aktuelle Zahlen deuten jedoch darauf hin, dass dieses Screeningangebot junge Frauen bislang nicht ausreichend erreicht.
„Wir wollen daher förderliche Faktoren einer Nutzung des Screenings identifizieren, aber auch Hemmnisse und Herausforderungen im Zusammenhang mit Aufklärung und Screening sowie Ursachen für eine Nichtinanspruchnahme erkennen“, sagte Nadine Scholten, die die Forschungsstelle für Gesundheitskommunikation und Versorgungsforschung am UKB leitet und die Professur für psychosomatische und psychoonkologische Versorgungsforschung an der Universität Bonn besetzt.
Der Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) fördert das Projekt namens „FemScreen-CT – Multidimensionale Analyse des Chlamydien-Tests für Frauen von 16 bis 25 Jahren“ über zwei Jahre mit insgesamt einer Million Euro.
Konsortialpartner sind das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit am UKB, das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie an der Uniklinik Köln, die DAK-Gesundheit, die Techniker Krankenkasse und das Robert-Koch-Institut (RKI).
Außerdem beteiligen sich das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi), die AOK Rheinland/Hamburg und das WIR – Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin am Klinikum Bochum an der Arbeit.
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