Hochschulen

Forschungsprojekt zu Dipeptiden als Schutz vor Gefäß- und Nierenschäden aufgelegt

  • Montag, 10. August 2026
Professorin Dr. Verena Peters und Professor Dr. Claus P. Schmitt von der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg forschen im Verbundprojekt PoDiVaN zu Dipeptiden
Verena Peters und Claus P. Schmitt von der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg forschen im Verbundprojekt PoDiVaN zu Dipeptiden. /Universitätsklinikum Heidelberg
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Heidelberg – Körpereigene Dipeptide könnten künftig eine neue Rolle bei der Behandlung diabetischer Folgeerkrankungen spielen. Ein Forschungsverbund der Medizinischen Fakultäten Heidelberg und Mannheim sowie des Centre for Organismal Studies (COS) der Universität Heidelberg untersucht, welche dieser kleinen Eiweißbausteine schädliche Stoffwechselprodukte abfangen und dadurch Gefäß- und Nierenschäden verhindern können.

Das neue Projekt „Therapeutisches Potential von Dipeptiden bei diabetischer Vaskulopathie und Nephropathie (PoDiVaN)“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über drei Jahre mit rund 600.000 Euro gefördert.

Im Mittelpunkt des Vorhabens stehen Eiweißbausteine aus zwei Aminosäuren. Die Forschungsgruppe untersucht, inwieweit sie geeignet sind, reaktive Stoffwechselprodukte unschädlich zu machen. Diese entstehen nach Angaben der Forschenden vermehrt bei Diabetes mellitus, aber auch bei ungünstiger Ernährung.

Das Projekt knüpft an frühere Arbeiten der beteiligten Forschungsgruppen an. Diese zeigten, dass sich die Konzentrationen bestimmter Dipeptide bei diabetischen Erkrankungen verändern und einige von ihnen Hinweise auf den weiteren Verlauf einer diabetischen Nierenschädigung geben könnten.

„Wir haben nachgewiesen, dass sich die Konzentrationen bestimmter Dipeptide bei diabetischen Erkrankungen verändern und dass einige von ihnen Hinweise auf den weiteren Verlauf einer diabetischen Nierenschädigung geben könnten“, erläutert Verena Peters.

Vor allem aber könnten bestimmte Dipeptide in pharmakologischen Dosen vor der schädlichen Wirkung reaktiver Stoffwechselprodukte schützen, sagte sie. Peters leitet gemeinsam mit Claus Schmitt das Vorhaben am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg.

Im Rahmen des Projekts wollen die Forschenden die Wirkung der Dipeptide in Zellkulturen, Mäusen und Zebrafischen untersuchen. Zusätzlich werden Proben von Menschen mit Diabetes aus einem Patientenregister des Universitätsklinikums Heidelberg analysiert.

Mithilfe massenspektrometrischer Analysen sollen erstmals mehrere Hundert verschiedene Dipeptide gleichzeitig erfasst werden. Ziel ist es, Dipeptidmuster zu identifizieren, die mit einem Schutz vor oder dem Fortschreiten von Nieren- und Gefäßerkrankungen zusammenhängen.

Langfristig sollen auf dieser Grundlage neue Therapieansätze entstehen, die Schäden durch reaktive Stoffwechselprodukte abmildern oder verhindern können.

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