Fukushima-Jahrestag: Ärzte warnen vor Folgen

Berlin – Vor schwerwiegende Folgen für Mensch und Umwelt wegen des Reaktorunfalls im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi hat die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) gewarnt.
Nach Angaben des französischen Instituts für Strahlensicherheit (IRSN) leben 70.000 Menschen weiterhin in den hoch kontaminierten 870 km² außerhalb der Evakuierungszone, 9.500 davon sind Kinder. In diesen Gebieten wurden die Menschen nach Berechnungen des IRSN im vergangenen Jahr einer Gesamtdosis von bis zu 200 Millisievert pro Person ausgesetzt. Das entspricht dem Zweihundertfachen der natürlichen Hintergrundstrahlung.
„Die größte gesundheitliche Gefahr nach einem solchen Atomunfall stellt jedoch die innere Verstrahlung durch radioaktiv verseuchte Nahrung und die Inhalation von radioaktivem Staub dar“, sagte der Kinderarzt Alex Rosen von der IPPNW zum Jahrestag des Unglücks. In Obst- und Gemüseproben sowie in Fleisch, Fisch, Algen, Reis, Milch, Tee und Leitungswasser seien die Strahlungswerte zum Teil sehr stark erhöht.
Die IPPNW teilt die Einschätzung der französischen IRSN, wonach die Menschen aus den verstrahlten Gebieten evakuiert werden sollten, denn sie seien einer so hohen Strahlenbelastung ausgesetzt, dass mit einer extrem hohen Krebsrate, Fehlgeburten, Missbildungen, genetischen Erkrankungen bei Neugeborenen sowie vielen anderen Leiden zu rechnen sei.
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