Ganzheitliche Rehabilitation von Unfallopfern verbessert Lebensqualität

Stuttgart – Die dauerhafte Lebensqualität von Unfallverletzten ist häufig verbesserungsbedürftig. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie (Int. J. Care Injured http://dx.doi.org/10.1016/j.injury.2014.08.028) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Demnach kann knapp ein Drittel der Schwerverletzten ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben, gut 60 Prozent leiden auch zwei Jahre nach dem Unfall noch an dauerhaften Schmerzen, jeweils rund 30 Prozent klagen über psychische und sozioökonomische Probleme.
Die Mehrzahl der Unfallopfer musste nach dem ersten Krankenhausaufenthalt wiederholt stationär behandelt werden, 35 Prozent erhielten nach zwei Jahren immer noch Medikamente, die im Zusammenhang mit den Unfallverletzungen standen.
Nachdem die Sterberate schwerverletzter Unfallopfer sich in den letzten Jahren durch zahlreiche Initiativen wie beispielsweise die Schaffung von Traumazentren halbiert hat, fordern Experten deshalb nun den nächsten Schritt zu einer vollständigen Rehabilitation der Patienten. „Es reicht nicht aus, das Überleben zu sichern, wir müssen auch alles tun, um die Lebensqualität zu erhalten“, unterstrich DGU-Präsident Bertil Bouillon und Mitautor der Studie.
Die Erhebung zeige die Notwendigkeit einer langfristigen Betrachtung und individualisierten unfallchirurgischen Behandlung. „Wir sollten bei der Therapie nicht lebensbedrohlicher Verletzungen eventuelle Spätfolgen unbedingt im Blick haben“, mahnte Bouillon. Er forderte, psychische und sozioökonomische Folgen eines Unfalls bei der Rehabilitation stärker zu berücksichtigen.
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