Gefahr von Lebensmittelvergiftungen steigt bei Sommerhitze
Bonn – Vor Lebensmittelvergiftungen warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung anlässlich der sommerlichen Temperaturen. „Denn viele Mikroorganismen wie Salmonellen und andere Bakterien vermehren sich bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit besonders gut“, so die Fachgesellschaft. Meist gingen die Vergiftungen mit Magenkrämpfen, Durchfall und Erbrechen einher und klängen nach wenigen Tagen von selbst ab. Für Risikogruppen wie Kleinkinder, Schwangere, alte oder immungeschwächte Menschen könnten sie im Extremfall aber lebensbedrohlich sein.
In Deutschland werden laut dem Robert Koch-Institut jedes Jahr mehr als 100.000 Erkrankungen durch Mikroorganismen in Lebensmitteln gemeldet. Die häufigsten bakteriellen Durchfallerkrankungen waren in den letzten Jahren die Campylobacteriose und Salmonellose. Vor allem Campylobacter-Infektionen nehmen zu. Sie werden hauptsächlich über rohes oder unzureichend erhitztes Geflügelfleisch und Rohmilch übertragen und sind hochinfektiös, da bereits wenige Hundert Keime krank machen können. Dagegen sind die Meldezahlen zu Salmonellen-Infektionen seit Jahren rückläufig
„Das gleichmäßige und vollständige Erhitzen von Speisen auf 70 bis 100 Grad Celsius tötet die meisten Krankheitserreger ab“, informiert die Fachgesellschaft. Auf den Verzehr von rohem Fleisch wie Carpaccio, Mett und Tatar sowie Zwiebelmettwurst und Speisen mit rohem Ei wie Mayonnaise, Tiramisu oder Zabaione an heißen Sommertagen sollte man am besten verzichten.
Die DGE empfiehlt außerdem:
Nur kleine Lebensmittelmengen einkaufen und schnell verbrauchen
Hände und Küchenutensilien wie Schneidbretter, Teller und Messer gründlich unter warmem, fließendem Wasser mit Seife waschen. Keime werden dann nicht von rohem Fleisch auf andere, verzehrfertige Lebensmittel übertragen.
Fleischgerichte immer gut durchgaren. Die Kerntemperatur sollte im Inneren für wenigstens zwei Minuten 70 Grad betragen.
Kleinkinder, alte und kranke Menschen sowie Schwangere sollten tierische Lebensmittel und Sprossen nur vollständig gegart essen.
Zum Schutz vor Campylobacter keine Rohmilch verzehren.
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