Ausland

Gefährlicher Smog in Südostasien

  • Freitag, 9. Oktober 2026
/picture alliance, SIPA, H. Berbar
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Kuala Lumpur/Jakarta – Die seit Wochen andauernden Wald- und Flächenbrände in Indonesien hüllen Südostasien vielerorts in dichten Smog.

Während in dem Land selbst bedenkliche Luftverschmutzungswerte gemessen werden, ordneten die Behörden im benachbarten Malaysia aus gesundheitlichen Bedenken großflächig Schulschließungen an. Im Stadtstaat Singapur, wo dieses Wochenende der Grand Prix der Formel 1 stattfindet, werden ebenfalls alarmierend hohe Schadstoffwerte verzeichnet.

„Die Luftqualität hat sich so stark verschlechtert, dass den Menschen das Atmen schwerfällt“, sagte die Mitarbeiterin eines Krankenhauses in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur. „Wir haben einen massiven Zustrom von Patienten mit akuten Atemwegsproblemen, starkem Husten und verschlimmertem Asthma.“

Indonesien erlebt eine der schwersten Waldbrandsaisons seit Jahren. Dazu trägt nach Angaben von Experten das diesmal besonders extrem ausfallende Wetterphänomen El Niño bei, das in der Region zu ausgeprägter Trockenheit führe. In Teilen der Insel Sumatra werden derzeit gefährlich Smogwerte gemessen, im Flugverkehr kam es wegen schlechter Sicht nach Behördenangaben zu Verzögerungen.

Das indonesische Forstministerium zählt derzeit Hunderte aktive Brände. Viele von ihnen werden allerdings auch durch illegale Brandrodung verursacht. Oft breiten sich die Feuer auf ausgetrockneten Torfflächen unter der Erde weiter aus und erzeugen über Tage oder Wochen hinweg dichten Rauch, der auch Malaysia sowie die Kleinstaaten Singapur und Brunei erreicht.

Die Brände und ihre Auswirkungen führten zu einer Sammelklage gegen die indonesische Regierung. Eingereicht wurde sie unter anderem von einem Bündnis indigener Völker auf der Insel Borneo. Die Kläger werfen der Regierung von Präsident Prabowo Subianto grobe Fahrlässigkeit im Umgang mit den Feuern und der Luftverschmutzung vor und fordern die Ausrufung des nationalen Notstands.

dpa

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