Politik

Gemeinsames Krebsregister Berlin-Brandenburg rückt näher

  • Montag, 9. März 2015

Berlin/Potsdam – Ab Anfang 2016 sollen die Länder Berlin und Brandenburg über ein gemeinsames klinisches Krebsregister verfügen. Eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit und Finanzierung haben Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Die Linke) und Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) jetzt unterzeichnet.

„Das Register liefert den Ärzten, aber auch der Forschung wertvolle Erkenntnisse zu Diagnose, Behandlung, Heilungsprozessen oder zu Rückfällen, und macht damit die erfolgversprechendste Krebsbehandlung für alle sichtbar. Davon profitieren Patientinnen und Patienten unmittelbar“, sagte Golze. „Schon heute sind rund 20 Prozent der in Berlin behandelten Krebspatienten Brandenburger. Mit dem gemeinsamen klinischen Krebsregister werden wir die Behandlung der Krebspatienten in unserer gemeinsamen Region noch weiter verbessern“, betonte Czaja.

Brandenburg hat bereits seit 1995 ein flächendeckendes klinisches Krebsregister. Es erfasst alle Daten zur Diagnose, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen. Bis 2014 wurde es freiwillig durch die Krankenkassen finanziert. 2015 beteiligt sich das Land Brandenburg mit zehn Prozent an den Gesamtkosten. Berlin hat bislang noch kein eigenes flächendeckendes klinisches Krebsregister.

Das neue gemeinsame Register setzt die Vorgaben des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes von 2013 um. Es verpflichtet alle Bundesländer, flächendeckende klinische Krebsregister mit einem vorgegebenen Aufgabenspektrum einzurichten.

Trägerin des gemeinsamen Krebsregisters soll eine von der Landesärztekammer Brandenburg noch zu gründende gGmbH werden.

Die laufenden Betriebskosten des gemeinsamen Krebsregisters sollen ab 2016 zu 90 Prozent die gesetzlichen Krankenkassen und zu zehn Prozent die Länder Berlin und Brandenburg übernehmen.

In Brandenburg erkranken jährlich rund 15.000 Menschen neu an Krebs, etwa 7.500 sterben an den Krankheitsfolgen. In Berlin sind es pro Jahr rund 17.400 Menschen, die neu an Krebs erkranken, etwa 8.800 sterben jedes Jahr an den Krankheitsfolgen.

hil

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