Medizin

Genetisch Grundlage des früh auftretenden Prostatakarzinoms entschlüsselt

  • Freitag, 15. Februar 2013

Heidelberg/Hamburg – Dem früh auftretenden Adenokarzinom der Prostata liegt ein anderer genetischer Mechanismus zugrunde als beim häufigeren späten Auftreten. Dies geht aus Beobachtungen von Wissenschaftlern des European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hervor. Die Arbeitsgruppe publizierte ihre Ergebnisse im Journal Cancer Cell (Cancer Cell 2013; 23, (2): 159-170).

Das Prostatakarzinom gilt allgemein als Erkrankung des alten Mannes. Jedoch tritt es in annähernd zwei Prozent der Fälle bei Männern bis zum 50. Lebensjahr auf. „Es war bisher unklar, ob sich das Auftreten des Prostatakarzinoms bei jungen Patienten durch einen anderen Mechanismus erklären lässt als bei älteren. Unsere Studie deutet tatsächlich auf eine unterschiedliche Ursache bei jungen Patienten hin.“, erklärt Jan Korbel vom European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg.

Korbels Arbeitsgruppe nahmen eine DNA-Sequenzierung bei elf Tumoren von jungen Prostatakrebspatienten vor und vergleichen die genetischen Codes mit den Daten aus der Sequenzierung von sieben Prostatatumoren, die im hohen Alter aufgetreten waren.

Es zeigte sich, dass in den Tumoren der jungen Patienten der testosteronbindende Androgenrezeptor eine erhöhte Aktivität aufwies und somit eine Reihe von Genen veränderte. Das Genom der älteren Prostatakrebspatienten zeigte Abnormität, die nicht durch die Aktivität des Androgensrezeptors hervorgerufen werden. Ein Abgleich mit Daten von 10.000 weiteren Patienten bestätigte ebenfalls dass die Aktivität des Androgenrezeptors und die korrespondierenden Genveränderungen bei jungen Patienten höher waren.

„Interessanterweise haben junge Männer allgemein höhere Testosteronspiegel als ältere, was zu der Frage führt, ob die physiologisch höheren Testosteronwerte bei jungen Männern mit dem früh auftretenden Prostatakarzinom assoziiert sind. Mit dieser Frage werden wir uns in Zukunft  befassen.“, ergänzt Korbel.

nt

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