Politik

Gesundheits-IT kann zu mehr Patientensicherheit beitragen

  • Freitag, 7. Februar 2014

Berlin – Im Zusammenhang mit der Diskussion um Patientensicherheit im Krankenhaus fordert der Bundesverband Gesundheits-IT e.V. (bvitg) mehr Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie im stationären Bereich. Der Report mache deutlich, dass Gesundheits-IT einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Patientensicherheit und zur Vermeidung unerwünschter Ereignisse im Krankenhaus leisten könne, heißt es in einer Presseerklärung des Verbands.

Aus Sicht des bvitg können IT-Lösungen vor allem bei Diagnostik und Therapie unter­stützen, beispielsweise im Kontext der Medikation. Lösungen zur Arzneimittel­therapie­sicherheit (AMTS) machen Ärzte und Pflegepersonal auf Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen und Dosierungsfehler aufmerksam.  „Gerade in sicher­heitskritischen Bereichen wie der Medikation ist in den vergangenen Jahren in den Krankenhäusern bereits viel realisiert worden“, sagte Matthias Meierhofer, stellver­tretender Vorstands­vorsitzender des bvitg. „Es steht aber außer Frage, dass wir hier erst am Anfang stehen.“

Im vergangenen Jahr hatte das Bundesministerium für Gesundheit den dritten Aktions­plan zur AMTS verabschiedet, für den sich der bvitg gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit, Ärzte- und Apotheker-Organisationen, Kranken­häusern und Pflege­einrichtungen sowie weiteren Akteuren des Gesund­heitswesens engagiert, um das Thema AMTS voranzubringen.

Denn Deutschland rangiert dem bvitg zufolge im europäischen Vergleich auf den hinteren Plätzen, was die Umsetzung von AMTS betrifft. Dies sei auch ein Ergebnis des aktuellen „IT-Reports im Gesundheitswesen“ der Hochschule Osnabrück, der in Kürze veröffentlicht werde. Danach hätten nur 6 bis 8 Prozent der Krankenhäuser vollständige AMTS-Lösungen im Einsatz,  und fast die Hälfte der Häuser plane nicht, solche Lösun­gen einzuführen.

Die integrierte Durchdringung aller Versorgungsbereiche mit intelligenten IT-Systemen sieht der Verband als grundlegende Voraussetzung, um die Qualität der Gesundheits­versorgung zu verbessern. „Dieses Ziel wurde in Deutschland aber bisher nicht erreicht“, erklärte Bernhard Calmer, Vorstandsvorsitzender des bvitg. Auch elektronische Patientenakten, die dem Austausch von Patientendaten im Rahmen regionaler oder überregionaler Versorgungsnetze dienen, werden in Deutschland bisher nur punktuell genutzt. „Der schleppende Aufbau einer einheitlichen Telematikinfrastruktur hat dazu maßgeblich beigetragen“, so Calmer.

Um das mit dem Einsatz von Gesundheits-IT zu erreichende Potenzial auszuschöpfen, appelliert der bvitg vor allem an Politik und Krankenkassen, der Gesundheits-IT einen größeren Stellenwert einzuräumen. Denn solange sich die strukturellen Rahmenbe­dingungen nicht verbessern und die Gesundheits-IT in Deutschland nicht als wegweisende zukunftsträchtige Investition Anerkennung findet, könnten sich die mit ihr verbundenen Potenziale nicht entfalten.

Der bvitg hat hierzu im Mai 2013 das Positionspapier "Gute Gesundheitsversorgung braucht mehr IT“ formuliert.  Die Potenziale von Gesundheits-IT speziell für die Bereiche AMTS, Datenverfügbarkeit sowie Pflege wird zudem der bvitg-Innovationsreport aufgreifen, der im ersten Halbjahr 2014 veröffentlicht wird.

KBr

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