Politik

Gesundheitschecks in Drogerien: Minister warnt vor Gefahren

  • Dienstag, 28. Oktober 2025
Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) /picture alliance, Moritz Frankenberg
Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) /picture alliance, Moritz Frankenberg

Hannover – Für ein Augenscreening oder eine Blutuntersuchung in die Drogerie? Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi sieht das kritisch.

„Die Gesundheitschecks dienen weniger der Gesundheitsvorsorge als vielmehr Marketingzwecken – ohne echte Entlastung des Gesundheitssystems, aber mit möglichem Schaden für Patientinnen und Patienten“, sagte der SPD-Politiker.

Philippi, der selbst Facharzt für Chirurgie ist, hält die medizinische Fachkompetenz in einer Drogerie für nicht gewährleistet. Zwar werde das Drogeriepersonal an den Messgeräten geschult, jedoch könnten die Messergebnisse nicht fachlich eingeordnet werden.

Dadurch könnten die Ergebnisse falsch interpretiert werden – „und so Gefahren für die Patientinnen und Patienten aufgrund von falscher Sicherheit oder unnötiger Beunruhigung entstehen“, sagte der Minister.

Kritik kam in den vergangenen Wochen auch von Ärzteverbänden. Laut Ärzteverbänden führten die Untersuchungen auch nicht zu einer Entlastung der ärztlichen Versorgung. Der Bund müsse daher gesetzlich regeln, dass medizinische Diagnostik und Vorsorgeuntersuchungen in ärztlicher Verantwortung bleiben.

Zugleich sollten die Apotheken für eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung gestärkt werden – gerade auf dem Land, forderte Philippi. Das könne den Menschen ein niedrigschwelliges Testangebot ermöglichen, ohne die Sicherheit der Patienten zu gefährden.

Die Drogeriekette dm bietet seit einigen Wochen in ausgewählten Filialen Gesundheitsangebote wie Haut- und Blutanalysen sowie Augenscreenings an und hat Selbsttests, etwa für Vitamin D und Eisen, im Angebot. Noch in diesem Jahr will das Unternehmen zudem mit einer eigenen Onlineapotheke für rezeptfreie Medikamente wie Schmerzmittel an den Markt gehen.

dm hatte erklärt, einen Teil der Dienstleistungen führten Fachärztinnen und Fachärzte aus, etwa die Überprüfung von Aufnahmen der Netzhaut. Bei der KI-gestützten Hautanalyse wiederum handle es sich nicht um eine medizinische Untersuchung oder Diagnose, worauf die Kundinnen und Kunden transparent hingewiesen würden.

dpa

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