Ginkgo im Sicherheits-Check: Nicht mehr als 240 Milligramm pro Tag

Würzburg – Stören Arzneimittel aus den Blättern des Ginkgo-Baums die Wirkung anderer Medikamente? Diesem Verdacht ist Matthias Unger vom Lehrstuhl für Pharmazeutische Chemie der Universität Würzburg nachgegangen. Sein Übersichtsartikel ist in der August-Ausgabe der Zeitschrift Drug Metabolism Review erschienen (DOI: 10.3109/03602532.2013.815200).
Häufig sind es laut Unger ältere Menschen, die regelmäßig die frei verkäuflichen Ginkgo-Präparate einnehmen. Senioren benötigten aber oft mehrere Medikamente gleichzeitig, etwa gegen Diabetes, Herzschwäche oder Bluthochdruck. Darum stelle sich die Frage, welche Wechselwirkungen zwischen Ginkgo und den anderen Mitteln ablaufen.
Ungers Fazit: „Die Einnahme des standardisierten Ginkgo-Präparats EGb 761 mit anderen Medikamenten scheint sicher, solange die empfohlene maximale Tagesdosis von 240 Milligramm eingehalten wird.“ In diesem Fall seien keinerlei klinisch relevante Wechselwirkungen bekannt. Selbst wenn die Tagesdosis überschritten werde, komme es nur zu geringfügigen Veränderungen der Enzymaktivität.
Fraglich bleibt dem Würzburger Wissenschaftler zufolge aber, ob dieser Befund auf andere Ginkgo-Zubereitungen ebenso zutreffe. Diese Unsicherheit gelte auch für die kaum standardisierte Verwendung von Ginkgo in Teemischungen oder Nahrungsergänzungsmitteln.
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