Medizin

Ginkgo im Sicherheits-Check: Nicht mehr als 240 Milligramm pro Tag

  • Freitag, 23. August 2013
Uploaded: 23.08.2013 14:56:45 by mis
Weibliche Blütenstände des Ginkgo /Marcin Kolasiński

Würzburg – Stören Arzneimittel aus den Blättern des Ginkgo-Baums die Wirkung anderer Medikamente? Diesem Verdacht ist Matthias Unger vom Lehrstuhl für Pharmazeutische Chemie der Universität Würzburg nachgegangen. Sein Übersichtsartikel ist in der August-Ausgabe der Zeitschrift Drug Metabolism Review erschienen (DOI: 10.3109/03602532.2013.815200).

Häufig sind es laut Unger ältere Menschen, die regelmäßig die frei verkäuflichen Ginkgo-Präparate einnehmen. Senioren benötigten aber oft mehrere Medikamente gleichzeitig, etwa gegen Diabetes, Herzschwäche oder Bluthochdruck. Darum stelle sich die Frage, welche Wechselwirkungen zwischen Ginkgo und den anderen Mitteln ablaufen.

Ungers Fazit: „Die Einnahme des standardisierten Ginkgo-Präparats EGb 761 mit anderen Medikamenten scheint sicher, solange die empfohlene maximale Tagesdosis von 240 Milligramm eingehalten wird.“ In diesem Fall seien keinerlei klinisch relevante Wechselwirkungen bekannt. Selbst wenn die Tagesdosis überschritten werde, komme es nur zu geringfügigen Veränderungen der Enzymaktivität.

Fraglich bleibt dem Würzburger Wissenschaftler zufolge aber, ob dieser Befund auf andere Ginkgo-Zubereitungen ebenso zutreffe. Diese Unsicherheit gelte auch für die kaum standardisierte Verwendung von Ginkgo in Teemischungen oder Nahrungsergänzungsmitteln.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung