Große Mehrheit für Altersbeschränkung bei Energydrinks

Berlin – Eine große Mehrheit würde eine Altersbeschränkung für den Verkauf von Energydrinks in Deutschland befürworten. In einer Umfrage der Verbraucherorganisation Foodwatch befürworteten 87 Prozent der Befragten ein Abgabeverbot der koffeinhaltigen Getränke an Minderjährige.
Von denen, die für eine Altersbeschränkung sind, befürwortet demnach knapp die Hälfte eine Grenze ab 16 Jahren, ein Drittel sogar ab 18 Jahren.
Die Zustimmung ziehe sich durch alle Altersklassen und liege bei den jüngeren Befragten und teils selbst betroffenen Befragten zwischen 14 und 29 Jahren mit 84 Prozent nur leicht unter dem Durchschnitt, hieß es. Auch Menschen mit wie ohne Kinder seien allgemein für eine Altersgrenze. Lediglich neun Prozent der Befragten seien dagegen.
„Junge Menschen müssen besser vor den Gefahren der aufputschenden Getränke geschützt werden“, erklärte Foodwatch-Referentin Rebekka Siegmann. Die stark zucker- und koffeinhaltigen Getränke könnten zu gesundheitlichen Problemen führen.
Bei hohem Konsum drohten etwa Herzrhythmusstörungen, Angstzustände und Konzentrationsprobleme. Zudem förderten sie Fettleibigkeit (Adipositas) bei jungen Menschen. Etwa jeder dritte Jugendliche trinke regelmäßig Energydrinks.
Foodwatch verbindet die Umfrageergebnisse mit einer Forderung an Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU). Sie solle die Einführung einer gesetzlichen Altersbeschränkung prüfen, für die sich auch Priens CDU-Landesverband in Schleswig-Holstein bereits im September ausgesprochen hat.
Mit Polen, Lettland, Litauen, Rumänien, Ungarn, Bulgarien und kürzlich auch Norwegen hätten einige europäische Länder bereits Altersgrenzen eingeführt. Auch andere CDU-Mandatsträger, etwa Baden-Württembergs Ernährungsminister Peter Hauk, hatten sich zuletzt offen dafür gezeigt.
Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Foodwatch zwischen dem 8. und 10. Dezember 1.005 Bundesbürger ab 14 Jahren. Mit einer statistischen Fehlertoleranz von drei Prozentpunkten entspreche das Ergebnis etwa dem aus dem Frühjahr 2024, als sich bei einer entsprechenden Foodwatch-Umfrage 90 Prozent für eine Altersbeschränkung aussprachen.
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