Grüne werfen Bundesregierung „schädliche“ Gesundheitspolitik vor

Augsburg − Die Grünen haben der Bundesregierung massive Versäumnisse in der Gesundheitspolitik vorgeworfen.
„Die gegenwärtige Gesundheitspolitik ist schädlich und erst recht nicht geeignet, ausreichende Vorsorge für eine Pandemie wie die aktuelle zu schaffen“, schreiben die Bundestagsabgeordneten Manuela Rottmann und Ekin Deligöz sowie der bayerische Landtagsabgeordnete Andreas Krahl in einem Positionspapier, aus dem die Augsburger Allgemeine zitiert.
„Die gegenwärtigen Grundprinzipien der Leistungsfinanzierung im deutschen Gesundheitswesen funktionieren nicht“, beklagen die Grünen-Politiker. Durch die Krankenhausfallpauschalen werde die hochinvasive Medizin überfinanziert, während man die Grundversorger verhungern lasse, heißt es in dem Papier.
In der laufenden Legislaturperiode seien weitere Einschnitte in die Flächenversorgung mit Krankenhäusern verabschiedet worden. Zwischen dem Wohnort und der nächsten Grund- und Akutversorgung müsse es eine gesetzlich festgeschriebene Maximalentfernung geben, fordern die Grünen.
Jeder Versicherte müsse sich darauf verlassen können, „dass eine Schlaganfallversorgung für ihn oder sie rechtzeitig erreichbar ist, egal ob er im Ballungsraum wohnt oder auf dem Land.“
Laut Statistischem Bundesamt erreichen knapp 90 Prozent der in städtischen Regionen lebenden Bevölkerung in Deutschland innerhalb von 15 Minuten das nächste Krankenhaus mit einer Basisversorgung. In ländlichen Regionen schaffen dies nur knapp zwei Drittel der Bürger.
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