Ärzteschaft

Gynäkologen sehen Wissenslücken bei sexuell übertragbaren Infektionen

  • Donnerstag, 14. Juli 2022
/Wasan, stock.adobe.com
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München – Wissenslücken beim Thema „Sexuell übertragbare Infektionen (STI)“ gefährden die Gesundheit von Menschen in Deutschland. Darauf weist der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) hin.

Bei Verdacht oder Problemen böten sich Frauenärzte und Frauenärztinnen als erste Ansprechpartner für Frau­en und gegebenenfalls für ihre Partner an, so der BVF. Infektions­risiken bestünden bei vaginalem, analem und oralem Geschlechtsverkehr, unabhängig von der sexuellen Orientierung.

„Aus medizinischer Sicht ist es empfohlen, Tests auf STI mit einer ärztlichen Beratung zu verbinden, damit per­sönliche Risiken – auch für die Zukunft – genauer eingeschätzt werden können. Außerdem kann eine not­wendige und zielführende Behandlung rasch eingeleitet werden“, betonte der BVF-Präsident Klaus Doubek.

Mit speziell auf Jugendliche ausgerichteten Beratungsangeboten könne der Grundstein für Prävention in diesem Themenfeld gelegt werden, so der niedergelassene Frauenarzt. Ein Beispiel sei die Infektion mit Chlamydien: Untersuchungen in Deutschland zeigten insbesondere unter sexuell aktiven jugendlichen Frauen Infektionsraten mit Chlamydien von bis zu 13 Prozent.

„Chlamydienerkrankungen verursachen Entzündungen, sie können mit Ausfluss und Schmerzen bemerkt werden, häufig verlaufen sie bei Frauen aber symptomfrei. Infektionen bei Männern machen sich häufig als Harnröhrenentzündung mit Druckgefühl, Schmerzen und Brennen bemerkbar“, so Doubek.

Wichtig sei, im Fall einer diagnostizierten Infektion die Sexualpartner der letzten 60 Tage mitzubehandeln. Die Kosten für einen Früherkennungstest bei beschwerdefreien Frauen würden einmal jährlich bis zum abgeschlossenen 25. Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

hil

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