Vermischtes

Hamburg: Kurzzeitstation für psychisch erkrankte Häftlinge öffnet

  • Mittwoch, 30. September 2026
/rudall30, stock.adobe.com
/rudall30, stock.adobe.com
Dieses Dialog-Fenster öffnen

Hamburg – Im Zentralkrankenhaus des Hamburger Untersuchungsgefängnisses können künftig auch bis zu 14 akut psychisch erkrankte Strafgefangene stationär behandelt werden. Mit der neuen Kurzzeitstation komme man der in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegenen Zahl psychisch erkrankter Gefangener nach, sagte Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) bei der Einweihung der Einrichtung.

Studien zufolge wiesen 70 bis 80 Prozent der Inhaftierten im Strafvollzug psychische Störungen auf, sagte der Leiter der neuen Station, Alexander Voulgaris. „Wenn man die Substanzkonsumstörungen, also die Abhängigkeitserkrankungen, davon abzieht, sind es immer noch 30 bis 40 Prozent.“

Etwa fünf Prozent der Fälle sei durch die Störung schwer beeinträchtigt, so dass man bei etwa 2.000 männlichen Gefangenen im Hamburger Strafvollzug von 60 bis 80 Betroffenen ausgehen könne.

Mit der neuen Einrichtung schließe sich eine Versorgungslücke, sagte Gallina. Und zwar zwischen ambulanter Behandlung in den Hamburger Justizvollzugsanstalten und der stationären Aufnahme in eine externe Klinik. Die Station ist im obersten Geschoss des Zentralkrankenhauses untergebracht und soll am 1. November ihren Betrieb aufnehmen.

„Viele Gefangene kommen mit psychischen Problemen in den Vollzug und erhalten hier erstmals überhaupt eine Versorgung.“ Deshalb sei auch die ambulante psychiatrische Versorgung in den vergangenen Jahren bereits massiv aufgestockt worden. „Die Zahl der Behandlungsstunden hat sich seit 2013 nahezu verdreifacht“, sagte Gallina.

Mit der psychiatrischen Kurzzeitstation habe man einen Ort geschaffen, „an dem wir psychisch erkrankte Gefangene schneller versorgen, frühzeitiger stabilisieren und gezielter weiterbehandeln können“. Die Einrichtung der Station hat den Angaben zufolge knapp eine halbe Million Euro gekostet, für den Betrieb stehen in den nächsten zweieinhalb Jahren rund 7,6 Millionen Euro zur Verfügung.

Neben Ein- und Zweibettzimmern verfügt sie auch über verschiedene Therapie- und Gemeinschaftsräume. Die Behandlungsdauer ist auf bis zu 12 Wochen angelegt. 24 Mitarbeiter versorgen die Patienten im Schichtbetrieb rund um die Uhr.

dpa

Diskutieren Sie mit:

Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen

Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.

Jetzt bei Google bevorzugen

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung