Vermischtes

Harzklinikum bekommt 39 Millionen vom Landkreis

  • Donnerstag, 9. April 2026
/picture alliance, Matthias Bein
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Halberstadt – Unter anderem für Modernisierung und Digitalisierung soll das Harzklinikum mehrere Millionen Euro vom Landkreis Harz bekommen. Das hat der Kreistag einstimmig beschlossen, wie der Landkreis und das Klinikum mitteilten. Insgesamt beläuft sich das Finanzpaket auf rund 39 Millionen Euro, das sich in drei Bereiche aufteilt.

Bereich eins ist der Ausgleich von Jahresfehlbeträge von 2024 und 2025, die sich nach Angaben des Klinikums auf 13,7 Millionen Euro beziffern lassen. Dies solle dem „Abbau von Eigenkapital entgegenwirken und sichert die Bilanzkontinuität“, heißt es in einer Mitteilung.

Außerdem will der Landkreis eine Bürgschaft übernehmen, damit das Klinikum Forderungen im Rahmen eines Rechtsstreits mit der Zusatzversorgungskasse schrittweise begleichen kann. Diese Bürgschaft – Teil zwei des Paketes – umfasst 15,3 Millionen Euro.

Hinzu kämen rund zehn Millionen Euro aus dem kommunalen Infrastruktursondervermögen für die Modernisierung und Digitalisierung der Standorte. Mit dem Geld sollen unter anderem ambulante Angebote ausgebaut, in eine Terminvergabe und Patientensteuerung investiert und zusätzliche Geräte in der Radiologie angeschafft werden.

Auch die Erweiterung eines Schlaflabors, eine Laborrobotik sowie eine neue sektorenübergreifende IT-Infrastruktur listet das Klinikum für diesen dritten Teil des Finanzpaketes in einer Mitteilung auf.

Das Geld sichere den Fortbestand und die Handlungsfähigkeit des Klinikums, erklärte der Landkreis. Dieser gehe mit dem Beschluss jedoch auch „an die Grenze seiner finanziellen Leistungsfähigkeit“ – immerhin belaufe sich das Defizit des Haushaltes für das laufende Jahr auf 20,6 Millionen Euro.

„Wir machen es, weil es notwendig ist. Der Zusammenbruch der medizinischen Versorgung in unserer Region wäre eine Katastrophe, die wir nicht zulassen können“, betonte Landrat Thomas Balcerowski (CDU).

Den Angaben nach arbeiten im Klinikum rund 2.400 Menschen. An den Standorten werden jährlich rund 100.000 Patienten versorgt, davon 30.000 stationär und 70.000 ambulant.

Das Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben ist aus den historischen Stadtkrankenhäusern von Quedlinburg, Wernigerode und Blankenburg entstanden und heute eines der größten kommunalen Krankenhäuser von Sachsen-Anhalt. Perspektivisch solle aus dem Klinikum ein Zentralklinikum werden, „das eine moderne, leistungsfähige und wirtschaftlich tragfähige Versorgungsstruktur ermöglichen soll“, heißt es.

Die Verluste aus den Jahren 2024 und 2025 seien aber „kein Ergebnis unternehmerischen Versagens“, heißt es weiter in der Mitteilung des Klinikums. So sei es „Ausdruck eines vielschichtigen Problems, das Krankenhäuser deutschlandweit trifft“.

Das Land Sachsen-Anhalt habe das Harzklinikum in den vergangenen drei Jahrzehnten mit mehr als 100 Millionen Euro Investitionsmitteln gefördert. Inzwischen sei aber „der Investitionsbedarf eines modernen Schwerpunktversorgers in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.“

dpa/bee

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