Hausärzte: Angekündigter Konnektorentausch zerstört Vertrauen

Berlin – Auf die Ankündigung der Gematik, dass 130.000 Konnektoren in den Praxen ausgetauscht werden müssen, reagiert der Deutsche Hausärzteverband mit Unverständnis.
„Die Never-Ending-Story Telematikinfrastruktur ist um eine weitere Gruselgeschichte reicher. Spätestens jetzt hat die Gematik jegliches Vertrauen der Hausärztinnen und Hausärzte verloren“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt.
Die Gematik hatte jüngst angekündigt, dass ein Konnektorenwechsel in den Arztpraxen notwendig sein wird. Hintergrund ist, dass ab 2022 für erste Konnektoren die maximale Nutzungszeit von fünf Jahren abläuft.
„Der Hardwaretausch bedeutet erneut einen erheblichen Mehraufwand in den Praxen. Die Installation der ersten Konnektoren verlief vielerorts katastrophal. Dass den Kolleginnen und Kollegen dies nun erneut zugemutet wird, ist kaum zu fassen – gerade in einer Zeit, in der die Hausärztinnen und Hausärzte ohnehin auf dem Zahnfleisch gehen“, so Weigeldt weiter. Die Praxen seien „nicht mehr bereit, ständig die Leidtragenden des Digitalisierungsversagens im deutschen Gesundheitswesen zu sein“.
Laut Hausärzteverband sei damit zu rechnen, dass der Konnektorentausch mit hohen Kosten in dreistelliger Millionenhöhe verbunden ist. Die Telematikinfrastruktur biete bisher keinen spürbaren Mehrwert für Patienten sowie Ärzte, denn die Anwendungen funktionieren im Praxisalltag schlichtweg nicht.
„Dass in Zeiten knapper Kassen jetzt noch einmal viel Geld in die Hand genommen werden muss, um diese Infrastruktur am Leben zu halten, ist skandalös”, so Weigeldt.
Die Hausärzte seien „nicht bereit, auch nur einen zusätzlichen Euro zu dem Konnektorenwechsel beizusteuern“. Der Deutsche Hausärzteverband fordert von der gematik, sich zeitnah detailliert zu der Situation zu erklären.
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