Hausärzte fühlen sich bei Digitalisierung ausgebremst
Stuttgart – Unzureichende Internetversorgung in Deutschland bremst nach Ansicht des Deutschen Hausärzteverbandes (DHÄV) die Digitalisierung im Gesundheitswesen aus. „Das ist als wolle man Autofahren, aber ohne Straße“, sagte DHÄV-Bundevorsitzende, Ulrich Weigeldt. Die Politik habe das Problem seit Jahren vor sich hergeschoben. Er setze große Hoffnung auf den neuen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).
Von der Digitalisierung erwartet Weigeldt eine bessere Kommunikation zwischen Ärzten, Patienten und Krankenkassen sowie einen Abbau von Bürokratie. Als erfolgversprechendes Projekt nannte er die Digitalisierung der Arbeit von medizinischen Fachangestellten. Diese könnten etwa die während ihrer Hausbesuche bei Patienten erhobenen Daten dem Praxisarzt elektronisch übermitteln und ihn so entlasten.
Eine Zukunft hat Weigeldt zufolge die elektronische Patientenakte. Diese soll alle relevanten Gesundheitsdaten enthalten und für Patienten und Ärzte einsehbar sein. Allerdings fehlten noch klar definierte Vorgaben, wie diese konkret aussehen soll, bemängelte Weigeldt. „Wir brauchen bei der Patientenakte endlich eine praxistaugliche Lösung, mit der wir Ärzte dann auch vernünftig arbeiten können“, mahnte er. Bisher erlebe man vor allem Kompetenzgerangel zwischen einigen ärztlichen Organisationen und den Krankenkassen.
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