Herzstillstand beim Sport betrifft häufiger Amateursportbereich

Bad Nauheim/Düsseldorf – In Deutschland erleiden Jahr für Jahr etwa 65.000 Personen einen plötzlichen Herzstillstand. Für etwa 60.000 Menschen verläuft dieses schwerwiegende kardiale Ereignis tödlich. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) nach dem Zusammenbruch des dänischen Profifußballers Christian Eriksen.
„Es sind fast ausschließlich ambitionierte Hobbysportler, die von einem plötzlichen Herzstillstand beim Sport betroffen sind“, informiert die Fachgesellschaft mit Verweis auf Zahlen des „Sudden Cardiac Death Registers“. Ein erhöhtes Risiko bestehe vor allem beim Fußballspielen und beim Laufen.
Die in dem Register dokumentierten Fälle zeigen laut der DGK, dass auch junge, vermeintlich gesunde Menschen oft unentdeckt unter kardiovaskulären Erkrankungen leiden, die dann zu schwerwiegenden kardialen Ereignissen führen können. Die zugrunde liegenden Erkrankungen sind dabei unterschiedlich. So verzeichnet das Register eine vorzeitige Verkalkung von Herzkranzgefäßen, Herzmuskelentzündungen und angeborene Fehlverläufe von Herzkranzarterien als häufige Ursachen des plötzlichen Herztodes bei Sportlern unter 35 Jahren.
Zur Prävention empfiehlt die Fachgesellschaft regelmäßige sportkardiologische Untersuchungen. „Die kardiovaskuläre Gefährdung hängt stark vom individuellen Risikoprofil ab. Insbesondere Sportler mit unentdeckten Herzerkrankungen haben ein besonders hohes Risiko, beim Sport einen plötzlichen Herzstillstand zu erleiden. Dieses Risiko kann durch regelmäßige Screenings stark verringert werden“, sagte der DGK-Pressesprecher Michael Böhm.
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