Honorarstreit: Verhandlungsrunde verschoben

Berlin – Die für Samstag geplanten Verhandlungen über die Honorare für die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sind kurzfristig verschoben worden. Die Gespräche zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem Spitzenverband Bund der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sollen am 4. Oktober im Bewertungsausschuss fortgesetzt werden, wie beide Organisationen am Freitag übereinstimmend mitteilten.
Die Gespräche auf Vorstandsebene der letzten Tage hätten gezeigt, dass beide Seiten an einer Lösung interessiert seien, hieß es. Bevor es zu einer endgültigen Beschlussfassung über die Honorarerhöhungen für 2013 kommen könne, seien jedoch noch fachliche Vorarbeiten notwendig. Die durch die Verschiebung der geplanten Sitzung gewonnene Zeit solle dafür genutzt werden, erklärte die KBV.
Dirk Heinrich, Sprecher der Allianz deutscher Ärzteverbände und Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes, geht davon aus, dass die Kassen ein verbessertes Angebot vorlegen werden. „Bis zum nächsten Verhandlungstermin Anfang Oktober werden alle Protestmaßnahmen der Ärzteverbände ausgesetzt“, sagte Heinrich.
Der Sprecher des GKV-Spitzenverbands, Florian Lanz, zeigte sich nun optimistisch, dass Ärzte und Kassen doch noch zu einem Kompromiss kommen könnten: „Eine Einigung erscheint möglich.“ Es werde an „einer Paketlösung“ gearbeitet. „Allerdings brauchen wir dafür mehr Zeit“, fügte er hinzu.
Die Ärzte verhandeln seit Wochen mit den Kassen über die Honorare für das kommende Jahr. Nachdem der Erweiterte Bewertungsausschuss per Schlichterspruch entschieden hatte, den Kassenärzten für das Jahr 2013 ein Honorarplus von 270 Millionen Euro einzuräumen, hatte die KBV die Verhandlungen abgebrochen. Sie hatte 3,5 Milliarden Euro gefordert.
Die Ärzte verwiesen auf gestiegene Praxiskosten und einen notwendigen Inflationsausgleich. Zudem kündigten die Ärzteverbände am Donnerstag nach einer Urabstimmung unter ihren Mitgliedern Streiks für die kommenden Wochen an.
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