Hypnose hilfreich bei chirurgischen Eingriffen
Jena – Hypnose lindert Schmerzen, reduziert die psychische Belastung und fördert die Genesung nach chirurgischen Eingriffen. Dies bescheinigt eine Meta-Analyse in Clinical Psychology Review (2013; 33: 623-636) der psychologischen Therapie, die durch Suggestionen eine sedierende Wirkung anstrebt.
Die Hypnose ist für Susan Tefikow vom Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie am Uniklinikum Jena kein Hokuspokus, sondern eine seit mehr als 50 Jahren wissenschaftlich untersuchte Therapieform. Nicht weniger als 34 Studien mit insgesamt 2.597 Patienten hat die Diplom-Psychologin zusammen mit Kollegen der Universität Bern allein zu der speziellen Fragestellung ermittelt, ob die Hypnose chirurgischen Patienten helfen kann, schmerzhafte Operationen oder Situationen zu überstehen.
Die möglichen Anwendungsgebiete reichen von gynäkologischen bis zu Herzbypass-Operationen. Auch Brandverletzte können von der Hypnose profitieren, die laut Tefikow von einem Therapeuten oder aber in Selbsthypnose mit Hilfe einer CD möglich ist. Die Sitzungen dauern dabei meist 30 bis 60 Minuten, während derer die Patienten lernen, emotionalen Distress abzubauen und Schmerzen besser zu ertragen.
Der Vorteil zeigt sich laut Tefikow in einem verminderten Medikamentenbedarf, in einer schnelleren Erholung oder auch in kürzeren chirurgischen Behandlungszeiten, für die Tefikow in der Meta-Analyse jeweils statistisch signifikante Vorteile der Hypnose ermittelt hat.
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