IKK in Westfalen-Lippe lässt Hausarztvertrag auslaufen
Dortmund – Die Krankenkasse IKK classic wird den Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung (HzV) mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe nicht verlängern. Ab Oktober dieses Jahres werden die rund 20.000 eingeschriebenen Versicherten daher wieder im Rahmen des Kollektivvertrages behandelt. Krankenkasse und KV hatten den Vertrag im September 2010 gestartet, rund 500 Hausärzte in Westfalen-Lippe nehmen daran teil.
„Wir bedauern es sehr, dass sich die IKK classic – als Rechtsnachfolgerin der ehemaligen Vereinigten IKK – bereits nach so kurzer Zeit aus dem Hausarztvertrag zurückzieht“, sagte Gerhard Nordmann, zweiter Vorsitzender der KV.
An den nun beendeten Vertrag wollten die Vertragspartner ursprünglich auch Facharztmodule koppeln, um die Zusammenarbeit der Disziplinen zu verbessern und den Patienten eine schnelle, fachübergreifende Behandlung zu sichern. „Nun haben sich die Gewichte bei der IKK classic offensichtlich verschoben“, bedauerte Nordmann.
Die kurze Lebensdauer dieses Vertrages zeigt laut dem KV-Vize deutlich, wie wenig verlässlich separate Versorgungsverträge außerhalb des gesetzlichen Kollektivvertrages mit den Krankenkassen sind. „Die Kollegen haben Vorleistungen erbracht, ihre Praxisorganisation umgestellt, sogar in zusätzliche, vertraglich vorgeschriebene Software investiert. Das alles ist jetzt fehlinvestiert“, kritisierte Nordmann.
Er appellierte an alle gesetzlichen Krankenkassen, mögliche Versorgungsverbesserungen nicht sofort wieder kaputt zu sparen: „Der Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung mit der IKK hat ja gezeigt, dass wir gemeinsam gute Wege finden können. Wir wünschen uns aber einen Partner, der uns dabei langfristig begleitet“, sagte der KV-Vize.
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