Medizin

Illegale Fleischeinfuhren in zwei Fällen mit MRSA belastet

  • Dienstag, 3. Januar 2017

Jena/Hannover – Die unkontrollierte Einfuhr von Fleisch kann die Verbreitung von anti­bi­o­ti­karesistenten Bakterien begünstigen und so eine Gefahr für die Gesundheit dar­­stell­en. Das berichten Wissenschaflter der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und des InfectoGnostics Forschungscampus Jena. An der Untersuchung beteiligte sich außerdem das Unternehmen Alere Technologies GmbH, ein Partner des Jenaer For­schungscampus. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Plos One erschienen (2016; doi: 10.1371/journal.pone.0167864).

Grundlage für die Studie waren Proben von den Flughäfen Frankfurt und Berlin-Schöne­feld. Allein im Jahr 2014 wurden an diesen beiden Flughäfen insgesamt 2,8 Tonnen Flei­sch illegal von Passagieren mitgeführt.

Die Wissenschaftler identifizierten Bakterienstämme, die bereits gegen mehrere Antibio­tika resistent waren und verschiedene Virulenzfaktoren aufwiesen. Das Forscherteam stellte zudem fest, dass die Keime nicht vom Tier selbst stammten, sondern menschli­­chen Ursprungs waren und somit auf mangelnde Hygienestandards bei der Schlachtung und Verarbeitung hindeuten.

Werden kontaminierte Nahrungsmittel importiert, können sich Menschen und Tiere auch hier mit diesen Bakterienstämmen infizieren. Eine besondere Rolle spielen dabei soge­nannte horizontale Gentransfers: „Viele Bakterien sind in der Lage, genetische Informa­tio­nen nicht nur durch Vermehrung, sondern auch innerhalb einer Generation – sozusa­gen mit ihren Nachbarn – auszutauschen.

Sobald ein solcher übertragbarer Resistenz­fak­tor etabliert wurde, kann er auf diese Weise sehr rasch auf andere Bakterienstämme übertragen werden“, warnt Ralf Ehricht, Leiter für Machbarkeitsstudien in Forschung und Entwicklung bei Alere Technologies.

hil

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