Illegale Fleischeinfuhren in zwei Fällen mit MRSA belastet
Jena/Hannover – Die unkontrollierte Einfuhr von Fleisch kann die Verbreitung von antibiotikaresistenten Bakterien begünstigen und so eine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Das berichten Wissenschaflter der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und des InfectoGnostics Forschungscampus Jena. An der Untersuchung beteiligte sich außerdem das Unternehmen Alere Technologies GmbH, ein Partner des Jenaer Forschungscampus. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Plos One erschienen (2016; doi: 10.1371/journal.pone.0167864).
Grundlage für die Studie waren Proben von den Flughäfen Frankfurt und Berlin-Schönefeld. Allein im Jahr 2014 wurden an diesen beiden Flughäfen insgesamt 2,8 Tonnen Fleisch illegal von Passagieren mitgeführt.
Die Wissenschaftler identifizierten Bakterienstämme, die bereits gegen mehrere Antibiotika resistent waren und verschiedene Virulenzfaktoren aufwiesen. Das Forscherteam stellte zudem fest, dass die Keime nicht vom Tier selbst stammten, sondern menschlichen Ursprungs waren und somit auf mangelnde Hygienestandards bei der Schlachtung und Verarbeitung hindeuten.
Werden kontaminierte Nahrungsmittel importiert, können sich Menschen und Tiere auch hier mit diesen Bakterienstämmen infizieren. Eine besondere Rolle spielen dabei sogenannte horizontale Gentransfers: „Viele Bakterien sind in der Lage, genetische Informationen nicht nur durch Vermehrung, sondern auch innerhalb einer Generation – sozusagen mit ihren Nachbarn – auszutauschen.
Sobald ein solcher übertragbarer Resistenzfaktor etabliert wurde, kann er auf diese Weise sehr rasch auf andere Bakterienstämme übertragen werden“, warnt Ralf Ehricht, Leiter für Machbarkeitsstudien in Forschung und Entwicklung bei Alere Technologies.
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