Vermischtes

Immer mehr Alltagshilfen für ältere Menschen

  • Donnerstag, 27. Januar 2011

Putbus – Am IT Science Center Rügen soll in diesem Jahr das bundesweit erste Kompetenzzentrum für sogenannte altersgerechte Assistenzsysteme entstehen. Es soll Ende dieses Jahres in Putbus in Betrieb gehen und Interessenten über verfügbare Lebenshilfen für ältere, alleinlebende Menschen informieren, wie Jenny Kempka vom IT Center mitteilte. Das Projekt wird vom Bund mit 80 Prozent der Personalkosten gefördert.

In der Einrichtung sollen praktikable Anwendungssysteme für Zielgruppen wie Betreiber von Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen, Krankenkassen, Wohnungsgesellschaften, Architekten und Haustechniker präsentiert bei Interesse Kontakt zu den Herstellern vermittelt werden.

Darüber hinaus nimmt das IT Science Center an einer bundesweiten Ausschreibung für ein entsprechendes Aus- und Weiterbildungszentrum teil. In Kooperation mit dem benachbarten IT College, in dem derzeit fast 400 Kursteilnehmer diverse Softwarelehrgänge belegen, könnten ab 2012 in Putbus Anwender altersgerechter Assistenzsysteme geschult werden, sagte Kempka.

Dem Projektleiter Thomas Koropka zufolge liegen altersgerechte Assistenzsysteme derzeit im Trend. Die Industrie stelle sich allmählich auf die demografische Entwicklung in Deutschland und die drastisch zunehmende Zahl älterer Menschen mit Handicap ein, sagt er. Die Nachfrage nach neuen Alltagshilfen steige enorm. Nach einer Umfrage wollen rund 80 Prozent aller Rentner ihren Lebensabend Zuhause bestreiten. „Da entsteht ein vollkommen neuer Markt“, fügte Karopka hinzu.

Großes Angebot an Alltagshilfen
Schon jetzt sei das Angebot ziemlich groß. Die Palette reicht von der satellitengestützten Pulsuhr mit Notruffunktion und Peilsendern für Demenzpatienten bis zu barrierefreien, besonders für Rollstuhlfahrer geeigneten Küchen mit komplett absenkbaren Schränken und Elektrogräten.

Sogar spektakulär anmutende Systeme kommen auf den Markt, etwa Teppiche, in denen Drucksensor eingewebt wurden. Die Daten der Berührungsfühler laufen in einen Computer, der Bewegungsmuster auswertet und zum Beispiel umgehend den Notarzt informiert, wenn der Bewohner gestürzt ist und nicht mehr aufstehen kann.

Als weitere Lösungen befinden sich zum Beispiel auch schon Alarmierungs- und Datenübertragungsysteme mit Fernseher-Ankopplung, Bewegungssensoren im häuslichen Bereich oder automatische Beleuchtungssysteme, die dem Anwender nachts beim Aufwachen den sicheren Weg ins Bad zeigen, in der Entwicklung.

Für Rügens IT-Verbund könnte das Projekt zugleich einen Neuanfang markieren. Denn gleich fünf Firmen, darunter auch das IT Science Center, mussten unlängst nach staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen des Verdachts auf Subventionsbetrugs, eingefrorener Aufträge und Fördermittel, Insolvenz anmelden. Geplant ist nun der Aufbau einer Auffanggesellschaft.

dapd

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