Immunzellen kommunizieren über synapsenähnliche Verbindung
Canberra – T- und B-Zellen kommunizieren miteinander nicht nur über die Sekretion von Zytokinen, sondern können auch mithilfe des Neurotransmitters Dopamin über synapsenähnliche Verbindungen Signale austauschen. Forscher der John Curtin School of Medical Research um Ilenia Papa berichten darüber in Nature (2017; doi: 10.1038/nature23013).
Die Vermehrung und Differenzierung von B-Lymphozyten findet in Lymphfollikeln statt. Die antikörperbildenden Gene in den Lymphozyten werden durch Genumlagerungen und somatische Hypermutationen ständig modifiziert, sodass eine große Zahl von möglichen Antikörpern entsteht.
Bevor sich B-Zellen jedoch vermehren und Antikörper sezernieren können, müssen sie unter anderem im Follikel durch follikuläre T-Helferzellen (TFH) aktiviert werden. Diese sehr spezialisierte Untergruppe der T-Helferzellen kommuniziert über ein kompliziertes noch nicht vollständig verstandenes System mit den B-Zellen. Fest steht jedoch, dass der Signalaustausch zeitlich ähnlich schnell ist wie die Signalübertragung bei Nervenzellen.
Die Forscher wussten aus anderen Studien, dass Lymphozyten Dopamin beinhalten und auch in der Lage sind, bestimmte Neurotransmitter aufzunehmen. Dies und die schnelle komplexe Interaktion der Immunzellen ließen die Wissenschaftler eine neuronenartige Kommunikation zwischen den Zellen vermuten.
Sie stellten fest, dass die TFH in der Nähe der Zellmembran kleine vesikuläre Strukturen aufwiesen, die Dopamin enthielten. Die weitere Untersuchung zeigte außerdem, dass die TFH mit den B-Zellen eine Immunsynapse bilden konnten, die zur Stimulation der B-Zellen beitrug. An menschlichen Tonsillenpräparaten konnten die Forscher sehen, dass diese Art der Zellkommunikation in den Keimzentren der Lymphfollikel stattfindet.
Durch ihre Ergebnisse konnten die Forscher nachweisen, dass eine synapsenartige Kommunikation auch im Immunsystem eine wichtige Rolle spielt. Das bessere Verständnis von der Funktion und Kommunikation der Immunzellen könnte auch therapeutisch interessant sein. Sind doch TFH auch entscheidende Verstärker einer Impfantwort.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: