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In Deutschland elf Prozent weniger Geburten als 2015

  • Montag, 2. November 2026
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Köln – Eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge sind im vergangenen Jahr elf Prozent weniger Kinder auf die Welt gekommen als zehn Jahre zuvor. Besonders betroffen seien die ostdeutschen Flächenländer, teilte das Institut am Wochenende mit.

Hier sei die Geburtenzahl seit 2015 um ein Drittel eingebrochen, bei Müttern mit deutschem Pass sogar um 40 Prozent. In Westdeutschland sei der Rückgang mit sechs bis acht Prozent geringer ausgefallen. Insgesamt kamen laut Erhebung im vergangenen Jahr rund 654.000 Kinder zur Welt.

Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht eine Erklärung für den deutlichen Rückgang in Ostdeutschland in der geringen Zahl an Frauen zwischen 25 und 39 Jahren. Im Vergleich zu 2015 lebten dort zuletzt 16 Prozent weniger.

Insgesamt sei jedoch überall die Zahl der Geburten deutlich stärker zurückgegangen als die der Frauen. In Westdeutschland lebten durch Zuzug und Migration je nach Region sogar drei bis fünf Prozent mehr Frauen, deutschlandweit ein Prozent mehr als noch 2015.

Die Wirtschaftsforscher sehen in Zukunft keine Entspannung. Bis 2035 dürfte die Zahl der Frauen in der Altersgruppe um rund ein Zehntel sinken, prognostizieren sie. In Ostdeutschland sei ab etwa 2030 jedoch eine Trendwende zu erwarten.

Der Experte für Familienpolitik am Institut der deutschen Wirtschaft, Wido Geis-Thöne, forderte ein Gegensteuern: „Die Politik ist jetzt gefragt. Sie muss die Entscheidung, Kinder zu bekommen, erleichtern.“ Denn niedrige Geburtenzahlen verkleinerten langfristig das Arbeitskräfteangebot und stellten somit auch die Finanzierung des Sozialversicherungssystems infrage.

Familien bräuchten verlässliche Betreuung und Planungssicherheit. „Kürzungen bei der Unterstützung für Familien, wie dem Elterngeld, sind hingegen das falsche Signal“, so Geis-Thöne. Die meisten Familienleistungen seien Investitionen, die sich langfristig auch für die öffentliche Hand rechnen.

kna

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