Innovationsprojekt: Niedergelassene Ärzte erhalten Einladungen zu Netzwerktreffen

München/Berlin – Polymedikation, Doppeluntersuchungen, aber auch unzureichender Versorgung will die Ludwig-Maximilians-Universität in München zusammen mit anderen Partnern entgegentreten. Das vom Innovationsfonds geförderte Projekt „Accountable Care in Deutschland“ (ACD) startet jetzt in verschiedenen Bundesländern.
„Patienten lassen sich oft von mehr als nur einem Arzt oder Psychotherapeut behandeln. Vielfach wissen die Ärzte aber nichts voneinander, auch wenn sie gleichwohl dadurch in einer Art unbekannten beziehungsweise informellen Netz miteinander verbunden sind“, hieß es von den Projektpartnern um Leonie Sundmacher von der LMU. Dies führe zu Brüchen in der Versorgung, die sich negativ auf das Patientenwohl auswirken könnten
In der ACD-Studie sollen die in der ambulanten Versorgung zusammenarbeitenden Ärzte und Praxen erkannt und aufeinander aufmerksam gemacht werden. Grundlage hierfür sind pseudonymisierte Routinedaten der beteiligten Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen, die im Rahmen des Projekts ausgewertet werden.
Geplant sind dann moderierte Netzwerktreffen, in denen die beteiligten Ärzte Aspekte der kollegialen Zusammenarbeit beraten. Ziel ist, gemeinsam Versorgungspfade für die Patienten eines Netzwerks zu entwickeln und zu vereinbaren. Darauf aufbauend sollen die Versorgungsbrüche reflektiert und durch strukturierte Rückmeldungen die Zusammenarbeit insgesamt verbessert werden.
Die Projektpartner werden dazu in den nächsten Wochen gezielt Vertragsärzte per Post anschreiben und zu regionalen Netzwerktreffen in Hamburg, Nordrhein, Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe einladen. Der Start der Netzwerkarbeit ist für September geplant.
Partner der ACD-Studie sind die Kassenärztlichen Vereinigungen Hamburg, Nordrhein, Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe, die AOK Nordwest und die AOK Rheinland/Hamburg, die Heinrich Heine Universität in Düsseldorf, die Medizinische Hochschule Hannover, die Techniker Krankenkasse und das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi).
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