Insektengiftallergie nach Saft- und Weingenuss

Valladolid/Spanien. Bei der Produktion von Obstsäften und Wein können offenbar auch Antigene von Insektengiften in die Flaschen gelangen, die dann bei sensibilisierten Personen unter Umständen schwere allergische Reaktionen auslösen, wie Kasuistiken im New England Journal of Medicine (NEJM 2007; 357: 719-720) zeigen.
Alicia Armentia von der Rio Hortega Klinik in Valladolid in Zentralspanien und Mitarbeiter behandelten fünf Patienten mit schweren allergischen Reaktionen. Drei entwickelten ein orales Allergiesyndrom, ein weiterer erlitt einen Asthmaanfall und der fünfte sogar eine anaphylaktische Reaktion. Die Klinik deutete auf eine allergische Sofortreaktionen hin und die Ärzte vermuteten eine Insektengiftallergie. Hauttest und spezifische IgE-Antikörper bestätigten den Verdacht, doch keine der Personen konnte sich an einen Insektenstich erinnern. Alle gaben hingegen an, dass die Reaktionen nach dem Trinken von Pampelmusensaft oder jungem Wein aufgetreten seien.
Expositionsversuche mit den Getränken bestätigten die Angaben der Allergiker. Bei vier Patienten kam es erneut zu einem oralen Allergiesyndrom, beim fünften Patienten wurde ein Rückgang im Tiffeneau-Test provoziert, also eine Asthmareaktion. Weitere Laboruntersuchungen bestätigten, dass die Säfte Antigene von Insektengiften der in Spanien am meisten verbreiteten Insekten enthielten. Zum Glück scheint die Haltbarkeit der Antigene in den Säften begrenzt zu sein. Da es sich um Proteine handelt, werden sie nach kurzer Zeit zersetzt und mit einem ein Jahr alten Wein wurde bei den Allergikern niemals eine Reaktion ausgelöst.
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