Institut entwickelt Antikörper mit der Hilfe von Mikroalgen

Bielefeld – Das Centrum für Biotechnologie (CeBiTec) der Universität Bielefeld entwickelt zusammen mit Partnerorganisationen eine Plattform zur Produktion therapeutischer Antikörper in Mikroalgen. Ziel ist eine inhalierbare Antikörpertherapie gegen Nipah- und Hendra-Viren und eine schnell skalierbare Produktion für künftige Pandemien.
Die Europäische Union fördert das Vorhaben namens „Heniprotect“ („HENIpavirus PROTECTion via inhaled antibody solution“) im Rahmen von Horizon Europe mit insgesamt 16,32 Millionen Euro. Koordiniert wird das Projekt vom französischen Forschungsinstitut „Inserm“. 18 Partner aus Forschung, Medizin und Industrie beteiligen sich an der Arbeit.
Im Mittelpunkt des Bielefelder Beitrags steht die Produktion humanisierter Antikörper mithilfe der Grünalge Chlamydomonas reinhardtii. Die Arbeitsgruppe „Algenbiotechnologie und Bioenergie“ am CeBiTec untersucht, wie Mikroalgen als kostengünstige und skalierbare Produktionsplattform für therapeutische Antikörper genutzt werden können.
Dafür entwickelt die Arbeitsgruppe um Olaf Kruse und Thomas Baier zunächst geeignete genetische Werkzeuge. Anschließend soll die Produktion in mobilen und skalierbaren Bioreaktoren mit einem Volumen von bis zu 30 Litern demonstriert werden.
Das Projekt verfolgt laut den Initiatoren zugleich einen neuen Therapieansatz gegen Henipaviren: Eine Kombination neutralisierender Antikörper soll direkt über die Atemwege verabreicht werden. Ein erster humanisierter Antikörperkandidat soll bis zur klinischen Erprobung weiterentwickelt werden.
Ein zweiter Antikörper soll einen weiteren Angriffspunkt am Virus adressieren und damit das Risiko einer Flucht durch Virusmutationen verringern.
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