IQWiG findet keinen Nutzen für Proteomanalyse bei diabetischer Nephropathie

Köln – Auch neuere Studienergebnisse können nicht zeigen, dass eine Proteomanalyse des Urins und eine daraus resultierende Therapie für Patienten mit einer diabetische Nephropathie (DNP) einen Vorteil gegenüber dem Standardvorgehen haben.
Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem neuen sogenannten Rapid Report. Die Wissenschaftler aktualisieren damit eine Nutzenbewertung zur Proteomanalyse aus dem Jahr 2015.
Eine Zuckererkrankung kann – insbesondere mit einem begleitenden Hypertonus – die Nieren schädigen und eine chronische Nierenerkrankung auslösen, die bis zu einem dauerhaften Versagen der Nieren führen kann. Liegen eindeutiger Symptome vor, ist die diabetische Nephropathie (DNP) bereits weit fortgeschritten.
Eine Proteomanalyse ermittelt die Konzentration zahlreicher Biomarker im Urin massenspektrometrisch. Der daraus errechnete Wert soll frühere und präzisere klinische Aussagen bezüglich der Entwicklung einer DNP ermöglichen als die herkömmliche Diagnostik – so die These, welche das IQWiG jetzt untersucht hat.
Die Wissenschaftler des Instituts haben dafür die Daten der sogenannten Priority-Studie ausgewertet. Darin erhielten Patienten, die gemäß der Proteomanalyse ein hohes Risiko für eine Nierenerkrankung hatten, entweder eine Therapie mit Spironolacton oder ein Scheinmedikament.
Die Studienergebnisse deuten laut den Wissenschaftlern allerdings für keinen der patientenrelevanten Endpunkte auf Vor- oder Nachteile einer frühzeitigen Proteomanalyse in Kombination mit der Spironolacton-Gabe hin.
„Mit den Ergebnissen der Priority-Studie ist also weiterhin nicht bekannt, welche therapeutische Konsequenz aus dem Testergebnis der Proteomanalyse einen Nutzen für Patienten bieten könnte“, lautet ihr Fazit.
Andere laufende oder geplante Studien zur Proteomanalyse bei Menschen mit Diabetes und Bluthochdruck haben die IQWiG-Wissenschaftlern nach eigenen Angaben nicht identifiziert.
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