Politik

IQWiG findet keinen Nutzen für Proteomanalyse bei diabetischer Nephropathie

  • Montag, 6. Juli 2020
/Lothar Drechsel, stock.adobe.com
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Köln – Auch neuere Studienergebnisse können nicht zeigen, dass eine Proteomanalyse des Urins und eine daraus resultierende Therapie für Patienten mit einer diabetische Ne­phropathie (DNP) einen Vorteil gegenüber dem Standardvorgehen haben.

Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesund­heits­­wesen (IQWiG) in einem neuen sogenannten Rapid Report. Die Wissenschaftler ak­tualisieren damit eine Nutzenbewertung zur Proteomanalyse aus dem Jahr 2015.

Eine Zuckererkrankung kann – insbesondere mit einem begleitenden Hypertonus – die Nieren schädigen und eine chronische Nierenerkrankung auslösen, die bis zu einem dau­erhaften Versagen der Nieren führen kann. Liegen eindeutiger Symptome vor, ist die dia­betische Nephropathie (DNP) bereits weit fortgeschritten.

Eine Proteomanalyse ermittelt die Konzentration zahlreicher Biomarker im Urin massen­spektrometrisch. Der daraus errechnete Wert soll frühere und präzisere klinische Aussa­gen bezüglich der Entwicklung einer DNP ermöglichen als die herkömmliche Diagnostik – so die These, welche das IQWiG jetzt untersucht hat.

Die Wissenschaftler des Instituts haben dafür die Daten der sogenannten Priority-Studie ausgewertet. Darin erhielten Patienten, die gemäß der Proteomanalyse ein hohes Risiko für eine Nierenerkrankung hatten, entweder eine Therapie mit Spironolacton oder ein Scheinmedikament.

Die Studienergebnisse deuten laut den Wissenschaftlern allerdings für keinen der patien­tenrelevanten Endpunkte auf Vor- oder Nachteile einer frühzeitigen Proteom­analyse in Kombination mit der Spironolacton-Gabe hin.

„Mit den Ergebnissen der Priority-Studie ist also weiterhin nicht bekannt, welche thera­peu­tische Konsequenz aus dem Testergebnis der Proteomanalyse einen Nutzen für Pa­tien­ten bieten könnte“, lautet ihr Fazit.

Andere laufende oder geplante Studien zur Proteomanalyse bei Menschen mit Diabetes und Bluthochdruck haben die IQWiG-Wissenschaftlern nach eigenen Angaben nicht identifiziert.

hil

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