ISS: Forschungsgruppe untersucht Strahlenwirkungen auf Medikamente

Vilnius/Darmstadt – Eine deutsche und litauische Arbeitsgruppe haben vor Kurzem auf der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) eine fast dreijährige Langzeitmission gestartet. Ziel ist die Bestätigung einer Hypothese zu strahlungsresistenten Medikamenten und Hilfsstoffen, die die Haltbarkeit von Arzneimitteln verlängern könnten.
Während der Mission sollen Daten darüber gesammelt werden, wie kosmische Strahlung die Stabilität von Molekülen beeinflusst, die das litauische Unternehmen Delta Biosciences entwickelt hat, sowie von Molekülen, die von wissenschaftlichen und kommerziellen Partnern vorgeschlagen wurden. An der Mission beteiligen sich auch das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
„Der Weltraum ist eine extremen Umgebung, und während wir uns auf die Erforschung des Weltraums vorbereiten, müssen wir sicherstellen, dass lebenswichtige Medikamente wirksam und sicher bleiben“, sagte Christiane Hahn, Leiterin der Biologieforschung der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA.
Das Experiment werde entscheidende Daten darüber liefern, wie Medikamente unter kosmischer Strahlung abgebaut werden. „Dies trägt dazu bei, Schutzmaßnahmen zu entwickeln, um die Gesundheit der Astronauten während Langzeitmissionen zu erhalten“, sagte sie.
Im Rahmen des Experiments werden dreißig ausgewählte Moleküle an zwei verschiedenen Orten an Bord der ISS getestet, die jeweils unterschiedlichen Strahlungsniveaus ausgesetzt sind. Die Proben werden alle acht Monate zur Erde zurückgebracht und mit Kontrollproben verglichen. Auf diese Weise entstehen Abbauprofile der Moleküle unter realen Weltraumbedingungen.
„Die Ergebnisse der Mission werden nicht nur Astronauten zugutekommen, sondern auch Krebspatienten, Rettungskräften und Menschen in schwer zugänglichen Gebieten der Erde“, erläuterte Dominykas Milašius, Mitbegründer von Delta Biosciences.
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