Jupiter-Studie: Neurologen noch zurückhaltend
Berlin – Vor einer klaren Empfehlung zum Einsatz des Statins Rosuvastatin in der Primärprävention des Schlaganfalles bedarf es weiterer Studien. Diese Einschätzung vertritt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Schlaganfall Gesellschaft (DSG). Sie reagierte damit auf die Publikation der sogenannten Jupiter-Studie am 9. November.
Hintergrund: Laut der Studie scheint eine Therapie mit einem Statin bei älteren Menschen mit erhöhtem C-reaktiven Protein (CRP) auch dann sinnvoll zu sein, wenn der Cholesterinwert nicht erhöht ist. Die Studie wurde auf der Jahrestagung der American Heart Association in New Orleans und zeitgleich im New England Journal of Medicine veröffentlicht (NEJM 2008; 359: 2195-2207).
„Einschränkend muss angemerkt werden, dass Rosuvastatin in Deutschland nicht erhältlich ist und dass die number needed to treat 120 betrug, das heißt, es müssen 120 gesunde Personen über ein Jahr behandelt werden, um ein vaskuläres Ereignis zu verhindern“, hieß es aus der DGN.
Da die Kosten für Rosuvastatin in Deutschland nicht bekannt seien, könne daraus auch nicht abgeleitet werden, ob ein vernünftiges Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen bestehe. Eine einfache Übertragung der Ergebnisse auf andere Statine sei im Moment nicht zulässig, da hier die entsprechende Evidenz fehle.
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