Kammer Niedersachsen fordert mehr Hilfe im Kampf gegen Ärztemangel
Hannover – Angesichts des Ärztemangels auf dem Land hat die Ärztekammer Niedersachsen mehr finanzielle Unterstützung für neue Modelle gefordert. So übernehmen Arzthelferinnen aus den Praxen von Landärzten bereits in einigen Regionen einen großen Teil der Hausbesuche bei alten und chronisch kranken Patienten. „Leider ist die Finanzierung dieses funktionierenden Modells nicht sichergestellt“, kritisierte heute der Vize-Präsident der Kammer, Gisbert Voigt. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht.
In Niedersachsen sind derzeit gut 400 Hausarzt- und 200 Facharztstellen unbesetzt. Noch bis Ende des Jahres läuft ein 2010 gestartetes Projekt des Landes in den Regionen Soltau-Fallingbostel, Emsland und Wolfenbüttel. Ziel ist es, neue Wege zu finden, um die medizinische Versorgung auf dem Land sicherzustellen.
Im Emsland wurden 20 Arzthelferinnen zu nicht-ärztlichen Praxisassistentinnen weitergebildet, die ihren Chef etwa bei Routine-Hausbesuchen vertreten. Derartige Kurse sollen nach dem Willen der Ärztekammer landesweit angeboten werden, allerdings muss erst die Finanzierung gesichert sein. Die Lage werde sich verschärfen. „Wir wissen, es werden mehr Ärzte ausscheiden als wir neu ins System hinzubekommen“, sagte Voigt.
Auch für die Krankenhäuser rechnet die Kammer landesweit mit 500 bis 600 unbesetzten Stellen. Hier füllen besonders in der Provinz oft ausländische Ärzte die Lücken. Weil diese Kollegen meist wenig Deutsch sprechen, hat das Land vor kurzem ein Kommunikationstraining für ausländische Klinikärzte gestartet.
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