Ärzteschaft

Kardiale Magnetresonanztomografie bei Verdacht auf koronare Herzkrankheit sinnvoll

  • Freitag, 31. Oktober 2025
/Nikolai, stock.adobe.com
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Köln – Beim Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit (KHK) oder deren Fortschreiten kann eine kardiale Magnetresonanztomografie (MRT) die Basisdiagnostik sinnvoll ergänzen. Das Verfahren hat mindestens die gleiche diagnostische Güte wie die Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT), kommt dabei aber ohne Strahlenbelastung aus.

Das zeigt eine Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Das Institut hat die Vor- und Nachteile der kardialen MRT im Vergleich zu einer Diagnosestrategie ohne MRT im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) überprüft.

Das Team des IQWiG hat für Bewertung sechs Studien herangezogen. Sie zeigen für die kardiale MRT eine mindestens vergleichbare diagnostische Trefferquote wie die SPECT. Wegen der fehlenden Strahlenbelastung sieht das IQWiG insgesamt einen Vorteil für die Betroffenen und damit einen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen des Verfahrens.

Wenn sich nach Basisdiagnostik bei einem Menschen mit Herzbeschwerden eine KHK-Wahrscheinlichkeit von etwa 15 Prozent bis 85 Prozent ergibt, stehen laut dem IQWiG verschiedene Verfahren für die weitere Diagnostik zur Verfügung: MRT, SPECT und Stress-Echokardiografie werden dabei als funktionelle Verfahren bezeichnet, weil sie die Funktion des Herzens untersuchen. Allerdings wird die Stress-Echokardiografie laut dem IQWiG immer weniger angewendet.

Außerdem besteht die Möglichkeit zu einem Herz-CT. Dies ist ein morphologisches Verfahren und untersucht die Herzkranzgefäße. Die Befunde dieser vier Verfahren sind dem IQWiG zufolge im Idealfall eindeutig, sodass nicht mehr als einer dieser Tests erforderlich sei, um eine KHK relativ sicher anzuzeigen oder auszuschließen.

„Die MRT erweitert das Spektrum der diagnostischen Möglichkeiten bei KHK-Verdacht in sinnvoller Weise. Wir erwarten, dass in der Praxis wie bisher die KHK-Diagnostik differenziert eingesetzt wird, gemäß der individuellen Patientensituation, und Doppeldiagnostik vermieden wird,“ sagte Martina Lietz, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Ressort Nichtmedikamentöse Verfahren beim IQWiG und Projektleiterin dieser Nutzenbewertung.

Die IQWiG-Arbeitsgruppe weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine invasive Koronarangiografie („Herzkatheter“) dagegen erst zum Einsatz kommen soll, wenn die KHK-Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist. In vielen Fällen sollte sie daher erst erfolgen, nachdem mit einer MRT, SPECT, Stress-Echokardiografie oder Herz-CT Anzeichen für KHK festgestellt wurden.

hil

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