Kein Zusatznutzen für Vortioxetin bei Depression
Köln – Die Behandlung von Depressionen mit dem Wirkstoff Vortioxetin (Handelsname Brintellix) bringt Patienten keine Vorteile. Das ist das Ergebnis einer entsprechenden Dossierbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Darin hat das Institut überprüft, ob dieser Wirkstoff gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie einen Zusatznutzen bietet. Ein solcher Zusatznutzen lasse sich aus dem Dossier jedoch nicht ableiten, da es keine für die Bewertung nutzbaren Daten enthält, so die Wissenschaftler. Vortioxetin ist seit Dezember 2013 zur Behandlung von Depressionen bei Erwachsenen zugelassen.
Laut IQWiG hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung zwischen drei Patientengruppen differenziert und jeweils verschiedene zweckmäßige Vergleichstherapien festgelegt. Zudem unterscheidet der G-BA zwischen Akuttherapie und Rückfallprävention. In dem untersuchten Dossier bearbeite der Hersteller allerdings ausschließlich die Akuttherapie, so die IQWiG-Wissenschaftler.
Für die verschiedenen Untergruppen lägen darüber hinaus entweder keine Studien vor oder die Evidenz sei nur unvollständig berücksichtigt worden. Deshalb heißt es in der Dossierbewertung: „Aus den Ergebnissen lässt sich kein Zusatznutzen ableiten.“
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