Kinderärzte fordern mehr Hygiene auf Schultoiletten

Köln – Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat vor gesundheitlichen Risiken durch verschmutzte Schultoiletten gewarnt. Erfahrungsgemäß tränken Schüler immer weniger, um möglichst selten auf die Toilette gehen zu müssen. „Der so entstehende Flüssigkeitsmangel kann zu Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten führen“, verwies Verbandssprecher Ulrich Fegeler. Zudem könne die Verweigerung des Toilettenbesuchs auch Verstopfungen verursachen.
Laut einer Befragung der German Toilet Organization (GTO) meiden rund 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen die sanitären Einrichtungen an ihrer Schule. Vor allem nicht nachgefülltes oder schwer zugängliches Toilettenpapier, fehlende Seife und Verschmutzungen schüren demnach die Abneigung vor dem Toilettengang in der Schule.
Doch nicht nur deutschen Kindern machen dreckige Schultoiletten zu schaffen: Laut dem School Hygiene Report des nordeuropäischen Papiertuch-Herstellers Metsä Tissue benutzen in sieben europäischen Ländern (Schweden, Norwegen, Dänemark, England, Finnland, Deutschland und Polen) nur etwa 34 Prozent der Kinder täglich die Schultoilette. Zudem fehlten in den sanitären Schulräumen häufig Seife, Papiertücher oder Trockner für die Hände.
Vor diesem Hintergrund plädieren die Kinder- und Jugendärzte dafür, die hygienischen Bedingungen der schulischen Sanitäranlagen schnellstmöglich zu verbessern: „Damit Heranwachsende sich gut auf das Lernen konzentrieren können, sollte ihre Umgebung angenehm und sauber gestaltet sein, inklusive der sanitären Einrichtungen“, forderte Fegeler.
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