Politik

Kliniken fehlen wegen Lieferengpässen wichtige Arzneimittel

  • Montag, 11. Juni 2012

Frankfurt/Berlin – Lieferengpässe bei wichtigen Arzneimitteln erschweren die Patienten­versorgung in den Kliniken. Die Hersteller können im Augenblick vor allem nicht ausreichend Krebsmedikamente und Antibiotika liefern, berichtet die Frankfurter Rundschau heute. „Von den 1.900 Medikamenten, die wir einsetzen, sind ständig 10 bis 20 nicht oder nur in kontingentierter Menge lieferbar“, sagte die Leiterin der Apotheke der Uniklinik Mainz, Irene Krämer, der Zeitung. Andere Kliniken bestätigen die Probleme bei der Medikamentenversorgung.

Auch der Verband deutscher Krankenhausapotheker kritisierte die schwierige Versorgungs­lage. Die Kliniken reservierten für Krebspatienten nicht selten die Medikamente, um sicherzustellen, dass ein Patient einen Zyklus vollständig erhalte, sagte der Präsident des Verbandes und Leiter der Krankenhausapotheke der Uniklinik Heidelberg, Torsten Hoppe-Tichy. Für nachfolgende Patienten bedeute dies aber, dass für sie das beste Arzneimittel womöglich nicht zur Verfügung stehe und sie „ein Mittel der zweiten Wahl“ erhalten, so der Verbandspräsident.

Auch der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) bestätigte das Problem. Als Gründe nannte der Industrieverband Lieferengpässe bei Wirkstoffen sowie unwirtschaftliche Erstattungspreise, die eine Produktion unmöglich machten.

Von der Verknappung bei wichtigen Arzneimitteln profitieren offenbar Händler und Importeure, die noch Ware besitzen. „Sie verlangen für knappe Medikamente Mondpreise“, kritisierte die Mainzer Apothekerin Krämer.

hil

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