Knoblauch: Dufte für den Blutdruck
Der Knoblauch-Pflanze Allium sativum werden seit jeher heilende Kräfte zugeschrieben, doch die meisten Wirkungen haben sich in randomisierten klinischen Studien in Luft aufgelöst. Zuletzt hatte eine Studie die lange vermutete cholesterinsenkende Wirkung nicht belegen können (Archives of Internal Medicine 2007; 167: 346-353).
Jetzt zeigt eine australische Studie, dass ein Extrakt aus gereiften Knoblauchzehen den Blutdruck auch bei jenen Patienten senkt, die unter Medikamenten keine ausreichende Blutdruckkontrolle erzielen (Maturitas 2010; 67: 144-150). Der Unterschied im systolischer Blutdruck zur Kontrollgruppe betrug immerhin 10mm Hg, was im Fall einer medikamentösen Studie sicherlich als Erfolg gewertet werden würde.
Dass die British Heart Foundation meinte, der Effekt sei “nicht signifikant genug”, ist da nicht ganz nachvollziehbar. Auch die Bemerkung, dass das Extrakt kein Ersatz für die medikamentöse Therapie sei, trifft den Kern nicht, da die Teilnehmer der Studie das Extrakt ja zusätzlich zu ihren Medikamenten einnahmen. Patienten, die gerne Knoblauch essen, kann durchaus zum Verzehr geraten werden.
Richtig ist dagegen der Einwand, dass Knoblauch als Medikament nicht ohne Nebenwirkungen und was vielleicht wichtiger ist, ohne Wechselwirkungen bleibt. Komplementärmediziner der Universität von Maryland erwähnen eine Verstärkung der antithrombozytären Wirkung von nicht-steroidalen Antiphlogistika wie Indomethacin, Dipyridamol, Clopidogrel und ASS. Auch vor der gemeinsamen Einnahme mit oralen Antikoagulanzien wird wegen einer möglichen Wirkungsverstärkung abgeraten.
Bei HIV-Infizierten kann Knoblauch die Wirkung von Proteaseinhibitoren wie Indinavir, Ritinavir und Saquinavir abschwächen. Als Nahrungsmittel ist Knoblauch deshalb dufte für den Blutdruck, als Medikament kann die Wirkung noch nicht als evidenzbasiert und sicher eingestuft werden.
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