Vermischtes

Kongress: „Zecke gefährlichste Tier Deutschlands“

  • Mittwoch, 21. März 2012

Stuttgart – Die Zecke ist das gefährlichste Tier Deutschlands, kein anderes Tier verur­sacht hierzulande jährlich so viele Erkrankungen. So lautet ein Resümee des ersten Süddeutschen Zeckenkongresses, der heute und morgen an der Universität Hohenheim stattfindet.

Beim Schutz der Bevölkerung vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist Österreich europaweiter Vorreiter: 86 Prozent der Einwohner hätten inzwischen zumindest eine Impfung erhalten, hieß es auf dem Treffen. Daraufhin sei die Zahl der FSME-Erkrankungen von 700 auf 50 bis 100 pro Jahr gesunken. 

In anderen Ländern sei die Entwicklung weniger positiv, so Jochen Süss vom Friedrich-Loeffler-Institut in Jena. „Im Zehn-Jahres-Vergleich hat die Zahl der Erkrankungsfälle in Deutschland, Polen, Tschechien und Skandinavien signifikant zugenommen“, sagte er. Heute gäbe es Zecken mit FSME-Erregern in 27 europäischen Ländern.

In Deutschland führt das Land Baden-Württemberg die Krankheits-Statistik an, dicht gefolgt von Bayern. Doch auch in sogenannten Nicht-Risiko-Gebieten träten inzwischen fünf Prozent aller Krankheitsfälle auf. Bundesweit gälten 137 von 440 Stadt- und Landkreisen als Risikokreise. 2011 sei die Zahl der FSME-Erkrankungen auf bislang 423 gemeldete Fälle gestiegen. Im Vorjahr seien es noch 256 gemeldete Fälle gewesen.

Im Baden-Württemberg gilt deshalb flächendeckend die Impfempfehlung ab dem ersten Lebensjahr, betonte Christiane Wagner-Wiening vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg. Die Kosten dafür tragen die Krankenkassen.

Schwieriger sei die Strategie bei der Bekämpfung der Borreliose, der häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheit. Das Land Baden-Württemberg setze sich für eine bundesweite Meldepflicht für Borreliose ein, so Wagner-Wiening.

hil

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