Koronarstents: Komplikationsrisiko unter Allergikern nicht erhöht
Rochester – Viele Koronarstents enthalten Chrom oder Nickel. Ein erhöhtes Komplikationsrisiko für Metall-Allergiker war in einer Fall-Kontroll-Studie in Circulation: Cardiovascular Interventions (2012; doi: 10.1161/CIRCINTERVENTIONS.111.966614) jedoch nicht erkennbar.
Die Hersteller von Gefäßstents müssen in den USA auf das Risiko von Komplikationen bei Allergikern hinweisen. Die Zahl der betroffenen Menschen ist groß. Etwa 8 Prozent der Bevölkerung ist auf Nickel sensibilisiert. Auch Chromat-Allergien sind häufig.
Beide Metalle sind in vielen Stents enthalten. Es wird befürchtet, dass das Immunsystem auf die Metall-Ionen aufmerksam wird. Im schlimmsten Fall würde eine allergische Reaktion zu einer entzündlichen Proliferation und einer raschen Restenose führen. Hierfür fand Rajiv Gulati von der Mayo Clinic in Rochester in einer Fall-Kontroll-Studie jedoch keinen Hinweis.
Der Kardiologe verglich die Krankenakten von 29 Patienten mit einer bekannten Nickel- oder Chrom-Allergie mit einer Kontrollgruppe von 250 vergleichbaren Patienten ohne Allergie. Laut Gulati gab es keine Unterschiede im klinischen Verlauf nach der Stent-Implantation: Sterblichkeit und Herzinfarktrate waren bis zu 4 Jahre nach Stentimplantation nicht signifikant verschieden, und die Revaskularisierungsrate im Zielgefäß war nicht erhöht.
Auch die Laborparameter lieferten keine Hinweise auf eine allergische Reaktion. Die Zahl der Lymphozyten und der Eosinophilen veränderte sich nach der Stentimplantation nicht, berichtet Gulati, dem allerdings bewusst ist, dass die Ergebnisse einer kleinen Fall-Kontroll-Studie nicht ausschließen kann, dass es im Einzelfall zu Problemen kommt. Er rät deshalb zur Vorsicht.
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