Krafttraining nützt Frauen im Arbeitsalltag

Köln – Frauen können im Berufsalltag von einem gezielten funktionellen Krafttraining profitieren. Zu diesem Ergebnis kommen Kai Nestler, Zentrales Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr Koblenz, und seine Koautoren in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 439-46).
Aufgrund ihrer anthropometrisch-physiologischen Merkmale haben Frauen weniger Muskelkraft als Männer und ein höheres Risiko für muskuloskelettale Beschwerden bei Kraftbelastungen. Die Forscher wollten wissen, wie sich Krafttraining auf den Berufsalltag auswirkt, und haben randomisierte kontrollierte Studien mit Frauen zwischen 18 und 65 Jahren ausgewertet.
Dabei ging es ihnen insbesondere um die Wirkungen von Trainingsinterventionen auf die Muskelkraft, die körperliche Leistungsfähigkeit und gesundheitsbezogene Parameter wie Körperzusammensetzung, muskuloskelettale Schmerzen sowie subjektives Wohlbefinden. Insgesamt konnten die Daten von 1.365 Probandinnen einbezogen werden.
In allen Studien wurden signifikante Kraftsteigerungen und, soweit betrachtet, Schmerzreduktionen festgestellt. Die Interventionen waren auch bei einem geringen und kurzen Training hinsichtlich dieser beiden Parameter erfolgreich. Sowohl Frauen mit hohen Kraftanforderungen im Arbeitsalltag, als auch Frauen mit vornehmlich sitzender Tätigkeit profitierten von den Maßnahmen.
Diese Ergebnisse könnte unter anderem für Beschäftigte im Gesundheitssektor interessant sei – ein Bereich in dem überwiegend Frauen arbeiten. In der Kranken- und Altenpflege etwa gehören das Umlagern von Patienten und Arbeiten in ungünstigen Körperpositionen zum Berufsalltag. Derartige Tätigkeiten führen bei Frauen vermehrt zu Überlastungen, Verletzungen und Arbeitsunfähigkeitstagen.
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