Krankenhäuser weisen Vorwürfe mangelnder Datensicherheit zurück

Frankfurt – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat Vorwürfe zurückgewiesen, nach denen Patientendaten in deutschen Kliniken nicht ausreichend geschützt seien. Entsprechende Vorwürfe hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers (PwC) nach einer Befragung von rund 1.717 Akutkliniken in der Europäischen Union sowie Norwegen und Island erhoben, darunter 201 Krankenhäuser in Deutschland.
Eine Verschlüsselung der gespeicherten Patientendaten ist danach in 40 Prozent der deutschen Krankenhäuser üblich. Nur in jeder vierten deutschen Klinik werden Daten demnach zusätzlich durch eine digitale Signatur geschützt. Gegen einen Systemausfall und einen drohenden Datenverlust sind laut PwC viele Häuser nicht gewappnet. In Deutschland haben rund 80 Prozent der Kliniken eine Notfallstrategie; europaweit sind dies drei von vier Krankenhäusern.
Doch lediglich 14 Prozent der europäischen und 20 Prozent der deutschen Krankenhäuser hätten ein ausreichendes Datensicherungssystem zur sofortigen Wiederherstellung aller Informationen. In jeder dritten deutschen Klinik könnten Daten bei einem Systemausfall erst nach 24 Stunden wiederhergestellt werden, hieß es von PwC.
„Die Studie ignoriert leider die aktuell geltenden Sicherheitsanforderungen für die Datenhaltung in Krankenhausinformationssystemen“, erläuterte die Deutsche Krankenhausgesellschaft gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Maßstab hierfür sei die von der Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder im März 2014 verabschiedete „Orientierungshilfe Krankenhausinformationssysteme“.
„Darin wird aber mitnichten die von PWC eingeforderte flächendeckende und ausnahmslose Verschlüsselung von Patientendaten in Krankenhausinformationssystemen gefordert“, so die DKG.
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