Ärzteschaft

Krebsforscher für mehr politisches Engagement gegen kindliches Übergewicht

  • Mittwoch, 4. März 2020
/Kurhan, stock.adobe.com
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Heidelberg – Übergewicht ist ein großes Krebsrisiko. Darauf haben Epidemiologen aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg hingewiesen. „Vor allem die zunehmende Fettleibigkeit in der frühen Kindheit erfordert dringend präventive Maß­nahmen“, erklärten die Wissenschaftler anlässlich des heutigen „World Obesity Day“.

Laut den DKFZ-Forschern erkranken in Deutschland jedes Jahr rund 30.000 Menschen wegen ihres Übergewichtes an Krebs. Insbesondere Brustkrebs nach den Wechseljahren, Darm- und Enddarmkrebs, Gebärmutterkrebs, Speiseröhrenkrebs und Nierenzellkrebs träten bei fettleibigen Menschen erheblich häufiger auf als bei Normalgewichtigen.

Außerdem erkrankten adipöse Menschen häufiger an Leber- oder Bauchspeichel­drüsen­krebs, an Eierstockkrebs oder an einem Multiplen Myelom, erläuterten sie. Die Studien­daten wiesen zudem auf einen Zusammenhang von Dosis und Wirkung hin: Je stärker ausgeprägt die Fettleibigkeit sei, desto höher das Krebsrisiko.

Der Risikofaktor Adipositas hat seinen Ursprung oft bereits in der frühen Kindheit: „Es ist zu erwarten, dass 2022 weltweit mehr adipöse als untergewichtige 5- bis 19-Jährige le­ben werden. Innerhalb von nur 40 Jahren, zwischen 1975 und 2016, ist die Rate fettlei­bi­ger Kinder von unter einem Prozent auf annähernd sechs Prozent bei Mädchen sowie fast acht Prozent bei Jungen gestiegen“, erläutert der DKFZ-Epidemiologe Hermann Brenner.

Er sieht daher erheblichen Handlungsbedarf für die Politik: „Präventiven Maßnahmen sollte höchste Priorität eingeräumt werden“, betonte er. So könnten eine einfache Kenn­zeichnung der Lebensmittel und eine gesundheitsförderliche Preispolitik, etwa durch ge­staffelte Mehrwertsteuersätze, wichtige Anreize für eine gesunde Ernährung in der Fami­lie liefern. Auch das schulische Umfeld sollte dringend ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung fördern

wil

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