Krebsmedikament Melphalan wieder lieferbar
Berlin – Das Krebsmedikament Melphalan ist nach rund fünf Wochen Lieferengpass wieder verfügbar. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO). Die Fachgesellschaft kritisiert, das Grundproblem von Lieferengpässen bestehe aber weiter. Sie fordert gesetzliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Arzneimittelversorgung.
Melphalan wird vor allem in der Behandlung von Leukämien und Lymphomen zur Vorbereitung auf Stammzelltransplantationen eingesetzt und ist in dieser Indikation laut der Bundesärztekammer (BÄK) nicht durch andere Substanzen zu ersetzen.
Laut dem Arzneiverordnungsreport 2014 wurden letztes Jahr rund 350.000 definierte Tagesdosen (DDD) in Deutschland benötigt.
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), der Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA), die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) sowie die Deutsche Gesellschaft für Onkologische Pharmazie (DGOP) hatten bereits in der Vergangenheit wiederholt auf die Problematik von Lieferabrissen hingewiesen.
„Das Beispiel Melphalan zeigt erneut, dass es ohne weitere rechtliche Regelungen nicht möglich ist, solche Engpässe zukünftig zu vermeiden“, hieß es aus der BÄK. Die im Arzneimittelgesetz vorgesehenen Schutzmaßnahmen seien bei weitem nicht ausreichend. Stattdessen sei eine klar geregelt, enge Zusammenarbeit der pharmazeutischen Unternehmen mit den Zulassungsbehörden unverzichtbar. „Die aktuelle Krise bei der Versorgung mit Melphalan zeigt, dass die gesetzlichen Regelungen nicht ausreichend sind“, betonte auch der geschäftsführende Vorsitzender der DGHO, Mathias Freund.
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