Kritik an AOK-Vertrag mit Telemedizin-Unternehmen
München – Einen Vertrag zur telemedizinischen Betreuung von Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zwischen der AOK Bayern und der Firma SHL Telemedicine haben der Bayerische Hausärzteverband und der Berufsverband der Pneumologen (BdP) in Bayern kritisiert. „Nach unserer festen Überzeugung kann nur ein von Anfang an gemeinsam mit uns Ärzten geplantes und durchgeführtes Programm zum Erfolg führen“, heißt es in einer Stellungnahme der Verbände zu dem AOK-SHL-Projekt.
Die Firma SHL ist ein internationales, börsennotiertes Unternehmen, das eine telemedizinische Betreuung von Patienten mit fortgeschrittener COPD über ein Callcenter in Düsseldorf organisiert. Neben dem Kontakt über das Callcenter kommt dabei laut den beiden Ärzteverbänden auch ein technisches Gerät zum Einsatz, das Vital- und anamnestische Daten des Patienten sammelt. „Eine telefonische Betreuung unserer Patienten, die gänzlich losgelöst von unseren Praxen und ohne unsere Beteiligung abläuft, ist für uns völlig undenkbar“, so die Ärzteverbände.
Sie kritisierten außerdem, dass sich das Versorgungsprojekt über Einsparungen selbst finanzieren soll, vor allem über weniger Krankenhauseinweisungen. Daher hätten sich die Verbände bei der Ausschreibung nicht beteiligt.
„In diesen Tagen kommen die ersten Patienten in die Praxen, die von Ihrer Krankenkasse aufgefordert wurden, sich in das Telemedizin-Projekt einzuschreiben. Sie sollten bitte genau überlegen, ob Sie sich als Hausarzt oder Pneumologe daran beteiligen wollen“, so der BHÄV und der BdP in Bayern.
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