Kryptorchismus verdreifacht Hodenkrebsrisiko
Glasgow – Ein Kryptorchismus oder Hodenhochstand bei der Geburt gefährdet nicht nur die spätere Zeugungsfähigkeit der Jungen. Nach einer Meta-Analyse in den Archives of Disease in Childhood (2012; doi; 10.1136/archdischild-2012-302051) ist auch das Hodenkrebsrisiko deutlich erhöht. Ein erhöhtes Krebsrisiko wird seit langem vermutet, das genaue Ausmaß ist jedoch nicht bekannt.
Ein Team um Robert Carachi vom Royal Hospital for Sick Children in Glasgow hat deshalb die Literatur zwischen 1980 und 2000 gesichtet: Neun Fall-Kontroll-Studien und drei Kohortenstudie wurden für eine Meta-Analyse ausgewählt. Das Ergebnis bestätigt das vermutete Risiko: Kinder mit einem Kryptorchismus hatten ein um den Faktor 2,90 erhöhtes Risiko im späteren Leben an einem Hodenkrebs zu erkrankten.
Mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 2,21 bis 3,82 ist die Assoziation (trotz einer Heterogenität der Studien) signifikant. Die Eltern müssen sich dennoch nicht allzu große Sorgen machen. Unter den 2,1 Millionen Knaben kam es gerade einmal zu 345 Erkrankungen. Trotzdem sollte ein Hodenhochstand (schon wegen der Auswirkungen auf die Fertilität) auf jedenfalls korrigiert werden, auch wenn laut Carachi nicht sicher ist, dass die Operation das Krebsrisiko beeinflusst.
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